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Realschule: Sekundarschule wird wohl kommen

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Schüler, Eltern und Lehrer kämpfen seit Wochen vehement um den Erhalt der Realschule in Brauweiler. Foto: Archivbild: Kreidler
Die Verwaltung ist optimistisch, dass das Schulministerium die geplante Sekundarschule im Schulzentrum Brauweiler genehmigen wird. Doch die Elternvertreter der Arthur-Koepchen-Realschule kämpfen vehement für den Erhalt der Schule.  Von
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Aus Sicht von Schuldezernent Florian Herpel sprechen zwei Indizien dafür, dass das Schulministerium die geplante Sekundarschule im Schulzentrum Brauweiler genehmigen wird: Die Bezirksregierung Köln hat Bruno Bermes, Leiter der Gesamtschule Leverkusen-Schlebusch damit beauftragt, das Anmeldeverfahren für die Sekundarschule durchzuführen. Weiterhin verriet der Beigeordnete bei einem Pressegespräch, dass die Bezirksregierung die Antragsunterlagen mitsamt Empfehlung an das NRW-Schulministerium weitergegeben hat. „Sie empfiehlt, die Genehmigung für die Sekundarschule zu erteilen. Nun kommt es auf das Schulministerium an.“

Bevor die Genehmigung eintrifft – sie wird in den nächsten Tagen erwartet – verschickt die Stadt ausführliche Informationen an die Eltern der derzeitigen Viertklässler. Die Leiter der Pulheimer Grundschulen haben die Informationen per Mail erhalten. In einem Faltblatt erklärt die Verwaltung kurz und knapp, dass eine Sekundarschule allen Kindern gerecht wird, weil der Unterricht so gestaltet ist, dass jedes Kind individuell gefordert und gefördert wird. Die Sekundarschule, eine Ganztagsschule der Sekundarstufe I mit den Jahrgangsstufen fünf bis zehn, können die Schüler einen Hauptschulabschluss und die Fachoberschulreife machen. Im Gegensatz zu einer Gesamtschule hat die Sekundarschule keine eigene Oberstufe. Da sie einen Kooperationspartner hat – gemeint ist das Geschwister-Scholl-Gymnasium – können die Schüler nach der Klasse zehn auf dieses oder ein anderes Gymnasium wechseln, um nach weiteren drei Jahren in der Oberstufe (G9) das Abitur zu machen. Sekundarschulen hätten einen sehr guten Personalschlüssel, in Jülich etwa käme ein Lehrer auf 16 Schüler, so Ursula Liendgens von der Schulverwaltung.

In dem Faltblatt ist als mögliche Organisationsform die integrierten Sekundarschule erwähnt. Ob die Schüler nach dem integrierten Modell gemeinsam von Klasse fünf bis zehn unterrichtet werden, entscheidet die Schulkonferenz der Schule. Der Hinweis finde sich in dem Faltblatt, da das Schulministerium eine Information über eine mögliche Organisationsform gefordert habe, so Ursula Liendgens.

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In dem Pressegespräch ging Florian Herpel auf einen Hinweis der Schulpflegschaft ein. Die Elternvertreter der Arthur-Koepchen-Realschule (AKRS), die vehement für den Erhalt der Schule kämpfen, hatten empfohlen, dass Eltern ihren Nachwuchs zunächst an der Marion-Dönoff-Realschule (MDR), am Geschwister-Scholl-Gymnasium (GSG) oder am Abtei-Gymnasium anmelden sollten. Das Anmeldeverfahren für diese weiterführenden Schulen läuft parallel zu dem für die Sekundarschule von Freitag, 1. , bis Freitag, 22. Februar. Ausgenommen sind die Karnevalstage (7. bis 12. Februar).

Sollte die neue Schule nicht an den Start gehen können, weil die 75 Anmeldungen nicht zustande gekommen sind, dann könnten die Eltern ihren Nachwuchs dort wieder ab- und vom 25. Februar bis 15. März an der Hauptschule oder an der AKRS anmelden, so die Empfehlung der Schulpflegschaft. Dazu Florian Herpel: Sollten die 75 Anmeldungen zusammenkommen, dann wäre das Anmeldeverfahren für die AKRS überflüssig, da sie langfristig auslaufen und keine neuen Fünftklässler mehr aufnehmen würde. Die Eltern liefen somit Gefahr, dass an der MDR, am GSG und am Abtei-Gymnasium zu viele Anmeldungen vorlägen, Schüler folglich abgewiesen werden müssten und dann möglicherweise „weder da noch dort“ einen Platz bekämen.

Raumprobleme am Schulzentrum Brauweiler, die die Schulpflegschaft als Argument gegen die Sekundarschule genannt hatte, sieht Herpel nicht. Die Arthur-Koepchen-Realschule hätte im neuen Schuljahr vier fünfte Klassen aufnehmen dürfen, zwei Abiturjahrgänge verließen das Abtei-Gymnasium. „Zusätzlicher Raumbedarf ist noch nicht gegeben.“

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