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„Nachhilfe ist keine Dauerkrücke“

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Dr. Theo Wolsing arbeitet bei der Verbraucherzentrale NRW.

KÖLNER STADT-ANZEIGER Herr Wolsing, bereits jetzt erhält jeder vierte Schüler neben der Schule Zusatzunterricht. Worauf müssen Eltern bei der Wahl eines Nachhilfeinstituts achten?

THEO WOLSING Zunächst einmal sollten sie wissen, dass jeder, der sich dazu berufen fühlt, seine pädagogischen Dienste anbieten kann. Die Angebote auf dem Bildungsmarkt sind unüberschaubar, es gibt allein 3000 gewerbliche Nachhilfeinstitute. Grundsätzlich können Eltern wählen zwischen Einzelunterricht zu Hause und Gruppenunterricht in Nachhilfeinstituten.

Woran erkennt man unseriöse Angebote?

WOLSING Wer sein Kind in den gewerblichen Nachmittagsunterricht schickt, sollte sich von mehreren Anbietern vor Ort beraten lassen. Ein Vertrag sollte erst abgeschlossen werden, wenn die Probestunden gut verlaufen sind. Sinnvoll ist, eine möglichst kurze Laufzeit von höchstens zwei Monaten zu vereinbaren, damit man - wenn nötig - schnell kündigen kann.

Ein gutes Institut zeichnet sich außerdem dadurch aus, dass vor Beginn der Nachhilfe das Leistungsvermögen des Kindes getestet und im Unterricht berücksichtigt wird. Außerdem sollte eine Lerngruppe nicht mehr als fünf Schüler umfassen und möglichst homogen sein, sonst ist kein intensives Unterrichten möglich.

Wie findet man einen guten privaten Nachhilfelehrer?

WOLSING Am besten, man hört sich im Bekannten- oder Verwandtenkreis um oder fragt den Klassenlehrer. Eltern sollten sich dann in einem persönlichen Gespräch einen Eindruck von der Qualifikation des Privatlehrers machen und eine Probestunde vereinbaren.

Wann ist Nachhilfeunterricht erfolgreich?

WOLLSING Wichtig ist, dass nicht nur die Eltern auf das Zusatzpauken drängen. So können sie ihr Kind nicht ausreichend für die Nachhilfe motivieren, es muss es auch selbst wollen. Auf jeden Fall sollten Eltern mit dem zuständigen Lehrer sprechen, um auszuloten, wo Defizite liegen und ob Nachhilfe überhaupt angebracht ist.

Und es muss klar sein, dass die Nachhilfe nur vorübergehend ist und nicht zur Dauerkrücke und damit zur Dauerbelastung des lernenden Nachwuchses wird.

Was ist besser - privater Einzelunterricht zu Hause oder der Unterricht von Nachhilfeinstituten?

WOLSING Das kommt darauf an, was man möchte. Private Einzelnachhilfe ist oft individueller und zudem günstiger als zusätzlicher Nachmittagsunterricht in einem Institut.

Wie teuer ist Nachhilfeunterricht in der Regel?

WOLSING Laut Stiftung Warentest verlangen die großen Institute zwischen 99 und 146 Euro pro Monat - und zwar für zwei Unterrichtseinheiten à 90 Minuten pro Woche.

Anmeldegebühren in Höhe von mehr als 35 Euro kommen oftmals noch hinzu. Privatlehrer berechnen dagegen nur zwischen fünf und 25 Euro pro Unterrichtseinheit.

INTERVIEW: NINA SCHMEDDING

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