31.07.2016
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ADAC warnt: Todesgefahr durch Ablenkung im Auto

Nicht nur Radio, Navi oder Bordcomputer können Ablenken. Jeder vierte Autofahrer schminkt, rasiert oder zieht sich nebenbei am Steuer um und riskiert damit Unfälle.

Nicht nur Radio, Navi oder Bordcomputer können Ablenken. Jeder vierte Autofahrer schminkt, rasiert oder zieht sich nebenbei am Steuer um und riskiert damit Unfälle.

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AZT

Für einen Radiosender entscheiden sich Autofahrer am besten vor der Fahrt. Denn nach Erkenntnissen des ADAC lenkt das Herumfummeln am Radio während der Fahrt besonders stark ab: Untersuchungen hätten gezeigt, dass Fahrer im Schnitt elfmal den Blick für insgesamt zwölf Sekunden von der Straße abwenden, um die passende Musik zu finden.

„Pro Sekunde legt man bei Tempo 100 etwa 28 Meter zurück“, erklärt Martin Brand vom ADAC Technik Zentrum. Wer bei dieser Geschwindigkeit für mehrere Sekunden abgelenkt sei, könne leicht von der Straße abkommen oder in den Gegenverkehr geraten.

Bordcomputer bedienen im Blindflug

Auch auf den Tasten des Bordcomputers herumzutippen, kann gefährlich sein: Um die Restreichweite zu checken, benötigten Probanden im ADAC-Test durchschnittlich 4,4 Sekunden und vier Blicke weg von der Fahrbahn.
Die längsten einzelnen Blicke, die nicht dem Verkehr gelten, dauern laut ADAC im Durchschnitt zwei Sekunden. „Im Stadtverkehr würden zwei Sekunden Ablenkung knapp 30 Meter Blindflug bedeuten. In dieser Zeit fährt man mit Tempo 50 an etwa sechs geparkten Autos vorbei, zwischen denen jederzeit jemand auf die Fahrbahn laufen könnte“, mahnt Martin Brand.

Hier sehen Sie den ADAC-Test im Video:

#video
Der ADAC hatte mit acht Versuchspersonen getestet, wie stark die Technik im Auto Fahrer ablenkt. Die Probanden mussten unter anderem eine Radiofrequenz suchen und speichern sowie im Bordcomputer den Durchschnittsverbrauch und die Restreichweite abrufen. Gemessen wurde, wie oft und wie lange sie ihren Blick von der Straße abwandten. Die Bedienung eines Navigationsgeräts war gar nicht erst Teil der Fahrversuche – „denn Navis sollten grundsätzlich nie beim Fahren eingestellt werden“, rät Martin Brand.

Schnelle Lieder lenken ab

Doch nicht nur die Einstellung des Radios kostet Aufmerksamkeit. Auch die Musik selbst kann erheblich vom Verkehr ablenken, wenn sie schnell, laut und emotional aufgeladen ist.

So hat das britische Online-Portal „Confused“ im vorigen Jahr vier Frauen und vier Männer auf eine jeweils 500 Meilen lange Testfahrt geschickt.

Alle veränderten unter dem Einfluss von Musik ihr Fahrverhalten. Hip-Hop-Stücke ließen eine Fahrerin aggressiver beschleunigen und bremsen als die anderen. Ein männlicher Proband fuhr zu Heavy Metal wesentlich schneller. Und selbst als beruhigend geltende Klassik lenkte ab und führte bei Männern und Frauen zu Fahrfehlern.

Bestimmte Songs erwiesen sich als besonders ablenkend für Autofahrer: