29.09.2016
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Köln auf der re:publica: Ist ein Buch im Netz ein Buch?

Was war das Buch, was ist es und was wird es sein? Auf der re:publica diskutiert Wibke Ladwig über die Zukunft der Buchbranche und die Chancen und Möglichkeiten, die ihr das Netz bietet.

Was war das Buch, was ist es und was wird es sein? Auf der re:publica diskutiert Wibke Ladwig über die Zukunft der Buchbranche und die Chancen und Möglichkeiten, die ihr das Netz bietet.

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Wibke Ladwig

Köln -

Braucht es für ein Buch noch Papier? Ist ein als Datei auf den E-Reader oder Tablet-PC geladener Roman ein E-Book oder verdient er nicht auch die Bezeichnung Buch? Die Digitalisierung hat die Strukturen des Buchhandels in den vergangenen Jahren gewaltig auf den Kopf gestellt.

„Wir müssen das Buch neu denken“, sagt Wibke Ladwig im Gespräch mit ksta.de. Die Kölnerin bezeichnet sich selbst als Social Media Ranger, nimmt mit ihrer Agentur Unternehmen, Führungskräfte und Selbstständige, vor allem aus der Buchbranche, an die Hand und mit ins Internet, schult, berät.

Es gebe kaum eine Branche, die verschlossener und abgeschotteter ist, sagt sie. Aber die Chancen und Möglichkeiten, die die Digitalisierung dem Buchhandel bietet sind groß. Selfpublishing, neue Erzählstrukturen, neue Geschäftsmodelle rund ums Buch wachsen im Netz. Autoren können sich mit ihren Lesern vernetzen, bekommen direktes Feedback und können ihr Publikum gar am Entstehungsprozess des neuesten Werks beteiligen.

Was war das Buch eigentlich, was ist es heute und was kann es in Zukunft sein – das will Ladwig in einem einstündigen Workshop auf der Internet-Konferenz re:publica kommende Woche in Berlin herausfinden.

„Denn im Netz ist Inhalt eben nicht immer Text.“ Muss ein Buch in Zeiten von Foto- und Videoblogs, von 140-Zeichen-Kurzgeschichten, von multimedialen Lesegeräten also immer nur Text sein?

Die Branche muss sich den neuen Erzählstrukturen stellen, findet Ladwig. „Mir geht es auf der re:publica vor allem um die Vernetzung“, sagt sie. „Es ist wichtig, zu zeigen, dass die Buchbranche da ist, mitgeht, sich neuen Herausforderungen stellt, offen ist für Neues.“

Eine Online-Strategie für den Buchhandel wird nicht das Ergebnis einer Stunde Workshop sein können. Aber die richtigen Leute will Ladwig zusammenbringen, diejenigen, die sich für das Thema interessieren, damit ein ständiger Dialog entsteht - damit man sich auch nach der dreitägigen Konferenz weiter Gedanken über das Buch der Zukunft macht.