25.09.2016
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Kölner Stadt-Anzeiger | Caros Campus: In Bielefeld gestrandet
02. January 2013
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Caros Campus: In Bielefeld gestrandet

Caros Campus

Ein Ausflug nach Hamburg kann ganz schön abenteuerlich sein, wie unsere Bloggerin Caro feststellen musste.

Foto:

Grönert

Köln -

Köln Hauptbahnhof. Ein Obdachloser schimpft wild gestikulierend auf die umstehende Menge. „Ihr werdet doch alle kontrolliert!“ Ein Kinderchor singt „Oh Tannenbaum“ und jemand spielt Geige. Ich warte schon seit einer halben Stunde auf meine Mitfahrgelegenheit. Meine Finger sind vor Kälte ganz steif und ich bin mir sicher, meine Nase hat die Farbe einer überreifen Tomate angenommen.

Es ist der 21. Dezember und ich möchte vor Weihnachten Freunden in Hamburg einen Besuch abstatten. Weil in meinem Geldbeutel mal wieder Leere herrscht, kann ich mir den Luxus einer Bahnfahrt nicht leisten und nutze, wie viele Studenten, die Mitfahrgelegenheit. Günstiges Fahren mit Risiko. Man weiß nie, mit wem man die nächsten Stunden auf engstem Raum zusammen sein wird. Lassen wir uns doch diesmal überraschen.

Die Mitfahrgelegenheit hat zu wenige Plätze

Schwungvoll kommt das erwartete Auto auf den Parkplatz gefahren. Ich setze mich in Bewegung und mit mir sechs andere. Da stehen wir nun, mit unseren Koffern voller Geschenke und schauen ungläubig auf den kleinen Opel Corsa. Der Fahrer zuckt die Schultern: „Das sind zu viele.“ Na toll. Überbuchung.

Wir verdrehen die Augen und spielen Schnick Schnack Schnuck. Wer verliert, darf nicht mitfahren. Ein paar Minuten später schauen ich und eine weitere Mitfahrerin zu, wie der bepackte Opel vom Parkplatz rauscht.

Überfüllte Regionalzüge

Und nun? Bis nach Bielefeld kommen wir schon mal kostenlos mit unserem Studententicket. Die Regionalzüge sind überfüllt: Kinder schreien, Leute sind genervt, weil sie keinen Sitzplatz kriegen. Eingeklemmt zwischen Koffern und Menschenmassen planen wir, wie unsere Fahrt nach Hamburg fortsetzen. Es bleibt nur eine Option: Trampen.

In Bielefeld entdecken wir einen Sprinter mit Hamburger Kennzeichen. Ein nettes Lächeln, ein Hundeblick und schon sitzen wir zu dritt in der Fahrerkabine. Michael ist in unserem Alter und fährt Autoteile für die Werkstatt seines Vaters durch Deutschland. Das tut er in halsbrecherischer Geschwindigkeit. Um uns zu beweisen, was für ein toller Hecht er ist, fährt er besonders dicht auf und startet riskante Überholmanöver. Mit Angstschweiß auf der Stirn kommen wir vollkommen erschöpft in Hamburg an. „Danke fürs Mitnehmen“ sagen wir und sind erleichtert, überlebt zu haben.