26.07.2016
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Caros Campus: Drei Stunden für einen Cappuccino

Caros Campus

Drei Stunden lang an einem Cappuccino nippen - unsere Studentin Caroline geht gerne ins Café.

Foto:

Grönert

Köln -

Semesterferien. Zeit zum Aufatmen. Ich schüttele mir den Klausurenstress aus den Knochen und lasse mich durch die Kölner Cafészene treiben.

Ich liebe die Entspanntheit, die sich einstellt, wenn ich ein Café betrete. Die leichte Atmosphäre, die in der Luft liegt, wenn Menschen zusammenkommen, um Cappuccino zu schlürfen und zu quatschen. Jedes Café hat sein eigenes Flair und zieht ein ganz bestimmtes Publikum an.

Zwischen Berlin und Frankreich

Im Café Duddel neben der Uni stehen selbstgezimmerte Möbel, das Licht ist schummrig und in der Ecke hänge relaxte Typen mit langen Haaren in zerfetzten Sesseln. Jedes Mal, wenn jemand die Tür öffnet, gibt sie ein ächzendes Geräusch von sich und man fürchtet, dass sie jeden Moment aus den Angeln kippt. Abends gibt’s hier kleine Konzerte von Undergroundbands oder Auftritte von Improgruppen.

Das Hipster-Café Yo im belgischen Viertel greift den neuen Berliner Stil auf: Auf den ersten Blick wirkt’s provisorisch, wie eine zufällige Anordnung von grob geschnitzten Möbeln. Beim genaueren Hinschauen sieht man, dass jedes Accessoire mit Bedacht eingesetzt wurde, um seine stylische Wirkung nicht zu verfehlen.

Die Maracuya-Minzschorle kostet knapp 4 Euro und die Kellner beherrschen den coolen Berliner Blick perfekt. An den Tischen sitzen junge Mütter aus dem belgischen Viertel und während sie versuchen, ihre Kinder am Wegkrabbeln zu hindern, unterhalten sie sich über die Kita, ihre Männer und das Windelwechseln.

Im Café Fleur habe ich das Gefühl, mich mitten in Frankreich zu befinden. Über den eng aneinander gedrängten Tischen und den hohen Decken liegt ein Schleier des eleganten Pariser Charmes.

Geldmangel und schlechtes Gewissen

Das einzige Problem an den Cafébesuchen ist der chronische Geldmangel. So kommt es oft vor, dass man drei Stunden lang bei nur einem Cappuccino im Café sitzt und versucht, die Anflüge des schlechten Gewissens zu ignorieren, die sich einstellen, weil man die Plätze so lang blockiert.

Während des Semesters waren die Cafés oft Lerntreffpunkt. Jetzt freue ich mich, mich von der entspannten Atmosphäre um mich herum anstecken zu lassen, mich zurückzulehnen und Pläne für die Semesterferien zu schmieden.