25.07.2016
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Flashmob Köln: Studentenbude im Pappkarton

Um für mehr Wohnraum für Kölner Studenten zu demonstrieren, kamen Studenten am Mittwochmorgen zu einem Flashmob auf den Albertu

Um für mehr Wohnraum für Kölner Studenten zu demonstrieren, kamen Studenten am Mittwochmorgen zu einem Flashmob auf den Albertus-Magnus-Platz.

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michael bause

Köln -

Lucas hat noch Glück gehabt. Der 24-jährige Student der Sozialwissenschaften musste nur drei Monate suchen, bis er eine Wohnung in Köln fand. „Ein kleines Zimmer für 400 Euro, aber man nimmt, was man kriegen kann.“ Andere Studenten müssen mehr Geduld haben. Der Sozialdezernent des Astas, Alex Suchomsky, kennt Kommilitonen, die in Köln studieren, aber in Bochum auf einer Couch schlafen. Studenten, die drei Stunden Fahrt auf sich nehmen, um von Hagen nach Köln zu kommen oder sogar in Rheinland-Pfalz leben. „Das Wohnungsangebot in Köln ist eine Katastrophe.“

Um auf die Wohnungsnot unter Kölner Studenten aufmerksam zu machen, kamen am Mittwochmittag Studierende vor dem Uni-Hauptgebäude zu einem Flashmob zusammen. Unter dem Motto „Ab in den Karton“ schlüpften sie in Pappschachteln und simulierten so, unter welch beengten Bedingungen sie oft leben müssen. Aufgerufen zur Aktion hatten das Kölner Studentenwerk und mehrere Kölner Hochschulen.

25 Prozent mehr Anfragen

Der Geschäftsführer des Studentenwerks, Peter Schink, erwartet für das kommende Semester 78 000 bis 80 000 Studenten in Köln – und damit einen Ansturm auf die 4665 Wohnheimplätze. „Wir werden in diesem Semester vermutlich 25 Prozent mehr Anfragen haben“, so Schink. Schon 2012 musste seine Einrichtung von den 10 200 Anfragen 7000 abweisen.

Wohin also mit all den Studenten? Schink rechnet derzeit mit einem Fehlbedarf von 1000 Plätzen. Immerhin kann das Studentenwerk teilweise gegensteuern. Derzeit wird das Heim an der Deutz-Kalker Straße mit 165 Wohnheimplätzen saniert.  Weitere 30 Plätze sollen an der Bernkasteler Straße entstehen, 36 Wohnungen für Kurzzeitstudenten in einem Boarding-Haus im Uni-Center. 145 Plätze kommen in Gummersbach und Opladen dazu.

All das wird aber wohl nicht ausreichen. Oberbürgermeister Jürgen Roters hofft daher nun auf private Investoren: Gerade habe das Land ein Investitionsprogramm über 50 Millionen Euro aufgelegt. Allerdings lägen die Zinsen derzeit so niedrig, dass viele private Investoren ihr Geld lieber in hochpreisige Projekte steckten.

Wohnraum in Campusnähe

Roters appelliert auch an die Studenten, auf Wohnungen im Rechtsrheinischen auszuweichen. „Ich habe kein Verständnis dafür, dass man nicht 20 oder 30 Minuten nach Kalk oder Mülheim fahren kann.“ Die Vizepräsidentin der Kölner Fachhochschule, Sylvia Heuchemer, und der Vize-Kanzler der Deutschen Sporthochschule, Michael Krannich, forderten dagegen mehr Wohnraum für Studenten in Campusnähe. „Studenten haben kein Luxusproblem, sondern müssen Studium, Wohnen und Job unter einen Hut bekommen“, so Heuchemer.

Um kurzfristig Wohnungen für Studenten zu finden, hat das Kölner Studentenwerk nun die Online-Börse „Mein Zuhause in Köln“ gestartet. Hier können Privatleute ihre Zimmer und Wohnungen an Studenten vergeben. „Generell ist eine das gute Idee“, findet Asta-Sozialdezernent Suchomsky. „Aber sie löst nicht die strukturellen Probleme der studentischen Wohnungsnot.“ Suchomsky wünscht sich lieber weitere Wohnungsbau-Projekte für Studenten. Areale wie das Ehrenfelder Helios-Gelände, die Fläche der ehemaligen Dombrauerei und der Parkplatz am Uni-Center sollten für die angehenden Akademiker bebaut werden.

www.mein-zuhause-in-koeln.de