25.06.2016
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EM 2016 : Deutschlandspiel – muss der Chef mir Fußball-frei geben?

Fan mit Deutschland-Fahne

Wenn die deutsche Fußball-Nationalmannschaft um den EM-Titel kämpft, fiebern hierzulande wieder tausende Fans vor den Großleinwänden mit.

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dpa

Rund jeder vierte Berufstätige mit einem Faible für Fußball hat einen Chef, der ihn EM-Spiele der Deutschen während der Arbeitszeit schauen lässt. Das hat eine repräsentative Umfrage von TNS Infratest ergeben. Jeder Sechste wird von seinem Chef sogar zum gemeinsamen Fußballgucken mit Kollegen eingeladen. Jeder Achte geht mit Trikot oder anderen Fan-Utensilien zur Arbeit.

ABER: Arbeitnehmer haben während der Fußballeuropameisterschaft keinen Anspruch darauf, ihre Arbeitszeiten zu verschieben. Darauf weist Nathalie Oberthür hin, Fachanwältin für Arbeitsrecht. Ein früheres Ende des Arbeitstages oder einen späteren Arbeitsbeginn können sie demnach nicht vom Chef einfordern. Nur er entscheidet über einen anderen Schichtablauf oder gar einen Produktionsstopp.

Mit dem Chef eine Ausnahme aushandeln

Mit etwas Glück können Arbeitnehmer ihrem Chef vielleicht dennoch großzügigere Arbeitszeiten abringen: Am besten schließen sie sich dazu mit Kollegen zusammen und bieten an, die Aufgaben auf andere Weise zu erledigen. Die Zeit, die fürs Fußballschauen abgeht, können sie beispielsweise schon vorarbeiten oder an einem anderen Tag nachholen. Auf solche Angebote muss der Arbeitgeber allerdings nicht eingehen.

Außerdem ist es für Arbeitnehmer natürlich möglich, Schichten zu tauschen oder Urlaub zu nehmen. Bei Fehlzeiten oder EM-bedingten falschen Krankmeldungen droht allerdings eine Abmahnung. (gs)