26.09.2016
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Kölner Stadt-Anzeiger | Studentenzimmer: So wohnen Studenten weltweit
07. August 2013
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Studentenzimmer: So wohnen Studenten weltweit

Die 17-jährige Abigail Mangahas Alidon (l.) aus Manila teilt sich ein Zimmer mit sechs anderen Studentinnen.

Die 17-jährige Abigail Mangahas Alidon (l.) aus Manila teilt sich ein Zimmer mit sechs anderen Studentinnen.

Foto:

Boogert

Köln -

Sieben Betten, ein kleiner Tisch und von der Decke herabhängende Kleidung befinden sich in dem zwölf Quadratmeter großen Zimmer, in dem Abigail Mangahas Alidon mit sechs weiteren Studentinnen in Manila (Philippinen) lebt. „Höchstens die Studentenbehausungen in den afrikanischen Slums sind noch beengender“, sagt der niederländische Fotograf Henny Boogert. Boogert muss es wissen: Denn der Berufsfotograf bereiste ein Dutzend Länder auf verschiedenen Kontinenten, um Studenten und ihre Wohnungen zu fotografieren und mit ihnen über ihr Land und das Studentenleben zu sprechen.

„Student housing“ ist ein Projekt, das Boogert gleichzeitig mit der Gründung seiner Stiftung „Images Connect“ vor drei Jahren ins Leben gerufen hat. Ziel der Stiftung sei es, Bewusstsein bei Menschen über Ähnlichkeiten und Unterschiede in der Ausbildung rund um den Globus zu schaffen, sagt Boogert. Im Rahmen eines der Projekte porträtiert er Studentenbuden auf der ganzen Welt.

„Die Studentenzimmer sagen viel über die Kultur des Landes aus“, sagt der 50-jährige Fotograf. In Bolivien oder auch Russland habe er die Kluft zwischen armen und reichen Studenten deutlich gespürt. Während in Moskau oder La Paz einige Studenten sich kleine Zimmer teilen, leben dort gleichzeitig andere Studenten alleine in riesigen Zimmern. In Indien habe Boogert weibliche Studenten nicht porträtieren dürfen. Männern sei es in Mumbai verboten, Studentenwohnheime der Frauen zu betreten, sagt er.

Doch viel erstaunlicher sind für den Fotografen die Gemeinsamkeiten zwischen den Kulturen. Nicht nur die Zimmer haben das gleiche Schema – Bett, Tisch und wenn möglich ein Computer –, sondern auch die Ziele und Träume der Studenten seien oftmals ganz ähnlich. Besonders sei ihm aufgefallen, dass die Studenten in Kuba oder Indien zu Beginn ihres Studiums das Ziel verfolgen, aus ihrem Land nach dem Studium wegzuziehen.

Oft kommt es ganz anders: Erst in der vergangenen Woche habe ihm der kubanische Sportabsolvent Amado Sueiras nach zwei Jahren eine E-Mail beantwortet – und berichtet, dass er nun als Tennislehrer in Havanna eine Stelle gefunden habe. Sein Ziel, in die USA auszuwandern, verfolge er nicht mehr.


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