28.09.2016
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Studiengang: Sporthochschule Köln bietet Golf-Master an

Hanna Baum-Proske hat an der Deutschen Sporthochschule den Studiengang „Golf“ belegt.

Hanna Baum-Proske hat an der Deutschen Sporthochschule den Studiengang „Golf“ belegt.

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Dirk Proske

Köln -

Golfen ist ihre Leidenschaft. Seit 20 Jahren ist dieser Sport aus Hanna Baum-Proskes Leben nicht mehr wegzudenken. Schuld war ihr Bruder, der sie mit auf den Golfplatz nahm. „Vom ersten Moment an war ich von dieser Sportart begeistert“, sagt die 32-Jährige.

Wenn Baum-Proske vom Golfen erzählt, gerät sie schnell ins Schwärmen: „Es ist ein Sport, der auf der gesamten Welt in wunderschönen Naturlandschaften gespielt werden kann. Jeder Platz hat seinen eigenen Anspruch und bietet unterschiedliche Herausforderungen an das Golfspiel.“ Baum-Proske gehört zu den ersten Studenten des neuen Golf-Masterstudiengangs an der Deutschen Sporthochschule in Köln. Im Wintersemester startete das Studium mit dem etwas sperrigen Namen „Master of Science Research and Instruction in Golf“. Die Hochschule bietet den Studiengang in Kooperation mit dem Golfverband PGA (Professional Golfers Association of Germany) an. Es handelt sich dabei um das erste Hochschulstudium, das Golfsport und Sportwissenschaft, also Forschung und Praxis, miteinander verbindet, wie Ines Halmburger, Geschäftsführerin der Aus- und Fortbildungs GmbH der PGA, erklärt. Zwar gebe es bereits Studienangebote für Golfmanagement und Greenkeeping. „Doch wir schaffen erstmals eine akademische Qualifizierung speziell für den Golfsport“, betont Halmburger.

Kombination von Wissenschaft und Praxis

„Die Absolventen dieses Studiengangs erlangen sportwissenschaftliche und golfspezifische Kenntnisse auf hohem akademischem Niveau“, sagt Heiko Strüder, der den neuen Studiengang leitet. Der Weiterbildungsstudiengang dauert sechs Semester und kostet rund 14.000 Euro. Die Studenten schließen das Studium mit dem akademischen Grad „Master of Science“ ab.

Die Absolventen können Strüder zufolge als hochqualifizierte Fachkräfte in verschiedenen Berufsfeldern arbeiten. Beispielsweise können sie eine Golfanlage leiten oder im Bereich Fort- und Weiterbildung arbeiten, etwa als Dozent oder Prüfer beim Golfverband. Die Möglichkeit, an einer Universität im Golfbereich lehren oder forschen zu können, ist es, was Baum-Proske besonders reizt. „Die Kombination von Wissenschaft und Praxis gibt mir eine ganz neue Möglichkeit, meine Karriere weiterzuentwickeln, meinen Wissensdurst zu stillen und aktiv mitzuwirken, den Golfsport weiterzuentwickeln“, sagt die Studentin.

Start mit 15 Studenten

Marcus Neumann, Sportvorstand des Deutschen Golf-Verbandes, glaubt: „Die Ergebnisse und Erkenntnisse der Ausbildung werden sich auf die Qualität des Golfspiels sowohl im deutschen Breiten- als auch im Leistungssport auswirken.“ Das Studium ist aber nicht für Hobby-Golfer gedacht. Voraussetzungen ist Halmburger zufolge eine intensive Vorbildung im Bereich Golf: „Man braucht mindestens eine A-Trainer-Lizenz des Deutschen Golf Verbands oder den Abschluss einer PGA-Ausbildung.“ Die Studenten müssen berufliche Erfahrung im Golfsport mitbringen.

Baum-Proske startete mit 14 Kommilitonen ins erste Semester. Das berufsbegleitende Studium umfasst viele Praxiseinheiten, allerdings trainieren die Studenten nicht das Golfspielen. „Sie sind ja bereits Profis“, sagt Halmburger. Baum-Proske zum Beispiel unterrichtet selbst im Kölner Golfclub. Im Masterstudium gehe es vielmehr um die Forschung und die Lehre.

Die Präsenzwochen finden an der Sporthochschule statt. Dabei untersuchen die Studenten etwa Funktionszusammenhänge innerhalb der neuromuskulären Steuerung und übertragen diese Erkenntnisse auf die typischen Bewegungen beim Golfen. Im Wintersemester 2017/18 soll der zweite Studiengang starten. Vielleicht beginnt Baum-Proske dann bereits einen Job als Dozentin für die neuen Studenten, um ihre Leidenschaft zu teilen.