24.08.2016
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Studienplätze: Unis gut auf Ansturm vorbereitet

Studierende

Kölner Studenten müssen mehr für ihre Miete zahlen und dementsprechend auch mehr neben dem Studium arbeiten als Studenten im übrigen Deutschland.

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dpa

Düsseldorf -

Die Sorgen der Abiturienten sind groß: Werden sie trotz des Doppeljahrgangs in Nordrhein-Westfalen überhaupt einen Studienplatz finden? Glaubt man der Wissenschaftsministerin, ist die Antwort ein eindeutiges Ja. Aufgrund des Monitoring-Berichts zum doppelten Abiturjahrgang, den Svenja Schulze am Mittwoch in Düsseldorf vorstellte, gewinnt man beinahe den Eindruck, es sei noch nie so angenehm gewesen, in NRW ein Studium zu beginnen wie im Wintersemester 2012/13. Vielleicht ist da trotz aller Werbung für die eigene Sache sogar etwas dran. Denn überfüllt waren die hiesigen Hochschulen schon immer, und nie zuvor ist soviel dagegen unternommen worden wie in den vergangenen Monaten.

So wurde in fast allen Universitätsstädten neu gebaut. Svenja Schulze erzählte aber auch von „kreativen Raumlösungen“ wie umgebaute Kinosäle oder Baumärkte. Dem Bericht zufolge wurden seit Mai 2012 zusätzlich rund 125 000 Quadratmeter Fläche für die Lehre geschaffen – dazu zählen sowohl angemietete Räume als auch begonnene Neubauprojekte. „In Einzelfällen bestehen gerade im Bereich der Werkstätten und Labore noch Engpässe“, räumte die Wissenschaftsministerin ein.

Zwischen Mai 2012 und Mai 2013 – dem Zeitraum, den der Monitoring-Bericht abdeckt – wurden außerdem mehr als 4000 Personen zusätzlich in Lehre, Studienberatung und Studierendenservice beschäftigt.

Schwierige Wohnsituation

Schwierig ist nach wie vor die Wohnsituation für Studierende – natürlich vor allem in den Großstädten. Der gerade veröffentlichen Sozialerhebung der Studentenwerke zufolge, liegen die Mieten für Studierende in Köln mit 359 Euro pro Monat 20 Prozent über dem Bundesdurchschnitt. Trotzdem sieht Schulze auch hier eine „deutliche Verbesserung“. 50 000 Wohnheimplätze bieten die Studentenwerke im Moment in NRW an – weitere 2000 sollen bis Ende 2014 entstehen.

Schulze betonte, dass der doppelte Abiturjahrgang nicht die zweifache Zahl an Studienanfängern bedeutet, sondern nur etwa 20 Prozent mehr. Das liege daran, dass es die doppelten Jahrgänge nur an den Gymnasien gebe. Außerdem gehen viele Abiturienten erst mal ins Ausland oder beginnen eine Ausbildung. Daher sei der Ansturm auf die Universitäten nach diesem Wintersemester noch lange nicht vorbei: „Wir werden das hohe Niveau viele Jahre halten.“

Die Vorsitzende der Landesrektorenkonferenz der NRW-Universitäten, Professor Ursula Gather, bekräftigte den Optimismus der Ministerin: „Durch einen landesweit abgestimmten Zeitplan für die Zulassungsverfahren weiß jede Bewerberin und jeder Bewerber bis zum 5. August, ob es im ersten Anlauf geklappt hat. Anschließend gibt es Nachrückverfahren, und in zulassungsfreie Studiengänge kann man sich generell noch bis zum Semesterstart einschreiben“, erklärte Gather das Verfahren in Nordrhein-Westfalen.

Mehrfachbewerbungen

Meldungen, dass es auf viele Studienplätze bis zu zehn Bewerbungen gibt, findet die Wissenschaftsministerin nicht bedenklich. Stattdessen sieht sie die Zahlen als Beweis, dass die Abiturienten die Appelle ernst genommen haben, sich gleichzeitig auf mehrere Plätze zu bewerben. Nicht jeder werde allerdings an seinem Wunschort studieren können, schränkte Schulze ein.

Die Zuversicht der Wissenschaftsministerin sorgte für heftige Kritik aufseiten der Opposition. Unter anderem sagte die hochschulpolitische Sprecherin der FDP-Landtagsfraktion, Angela Freimuth, Schulzes Aussagen gingen „völlig an der Lebenswirklichkeit der Studienplatzbewerber vorbei“. Es sei zu befürchten, dass eine beachtliche Zahl an Bewerbern leer ausgehen werde.


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