26.07.2016
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Erektionsstörung: Wie Paare das Tabu besprechen

Etwa jeder fünfte über 40-jährige Mann leidet unter Erektionsstörungen.

Etwa jeder fünfte über 40-jährige Mann leidet unter Erektionsstörungen.

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dpa

Etwa jeder fünfte über 40-jährige Mann in Deutschland leidet unter Erektionsstörungen, zum Teil vorrübergehend, zum Teil dauerhaft. Mit zunehmendem Alter steigt die Anzahl der betroffenen Männer an. Ging man lange Zeit davon aus, dass die Störung psychische Ursachen hat, etwa durch Versagensängste und Hemmungen, weiß man heute, dass etwa 70 Prozent der Erektionsstörungen, vor allem bei älteren Männern, organisch bedingt sind.

Von Erektiler Dysfunktion, so lautet der Fachbegriff, spricht man, wenn der Mann in mehr als zwei Dritteln der Fälle keine ausreichende Erektion für den Geschlechtsverkehr bekommt. Bestehen diese Probleme über mehrere Monate, gehen Mediziner von einer Erektionsstörung aus – nicht wenn es hin und wieder nicht so klappt wie gewünscht.

Ernsthafte gesundheitliche Risiken

Erektionsstörungen sind ein psychisches Problem für viele Männer. Doch sie können auch ein Hinweis auf ernsthafte gesundheitliche Risiken sein. Nicht selten ist zum Beispiel eine Arteriosklerose die Ursache. Dann sind die Blutgefäße verkalkt, die den Penis mit Blut versorgen. Weil die Blutgefäße am Penis besonders fein sind, reagieren sie schon früh auf Gefäßveränderungen, die auch an anderen Stellen des Körpers auftreten können. Sind auch Gefäße, die Herz oder Gehirn mit Blut versorgen, betroffen, kann die Folge Herzinfarkt oder ein Schlaganfall sein.

Es ist also sinnvoll, die Beschwerden allein aus gesundheitlichen Gründen abklären zu lassen. Dennoch gehen viele Männer, die unter Erektionsproblemen leiden nicht zum Arzt. Das belastet auch die Partnerin. Für sie ist es häufig schwierig, das Problem anzusprechen und den Mann von einer Behandlung zu überzeugen. Das Problem totzuschweigen, mache die Situation aber nicht besser.

Vorwürfe verzichten und die eigenen Gefühle schildern

Frauen sollten daher versuchen, mit ihrem Mann in einem ruhigen Moment über das Thema zu reden, rät das Informationszentrum für Sexualität und Gesundheit (ISG) an der Uniklinik Freiburg. Am besten fragen sie zunächst, ob der andere darüber reden möchte. Außerdem können sie sagen, dass sie sich von dem Gespräch eine Verbesserung für die Beziehung erhoffen.

Hilfreich sei es, wenn Frauen im Gespräch auf Vorwürfe verzichten und ihrem Partner die eigenen Gefühle schildern. Wichtig sei, dem anderen zu zeigen, dass man die Potenzprobleme als gemeinsame Schwierigkeit sieht. Dadurch geben sie dem Partner das Gefühl, er stehe nicht alleine da.

Einigen Männern kann es dem ISG zufolge helfen, wenn die Partnerin auf einen Arztbesuch drängt. Andere machten vielleicht genau dann dicht. Deshalb sollten Frauen vorsichtig versuchen herauszufinden, mit welchem Verhalten ihr Partner besser klarkomme. (dpa/ef)


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