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Salmonellen, Bakterien: Diese Lebensmittel sollten Sie besser nicht aufwärmen

Küchenmythen_Spinat

Schon Großmutter sagte immer: „Spinat nie wieder aufwärmen!“. Hatte sie damit Recht?

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imago/Niehoff

Vorkochen ist praktisch. Auch an stressigen Tagen steht dann Hausmannskost auf dem Tisch. Doch aufgewärmte Speisen sind nicht immer unproblematisch: Denn sie können eine Lebensmittelvergiftung oder schlimmeres verursachen. 

Diese sechs Lebensmittel entwickeln in der Mikrowelle oder bei falscher Lagerung ungesunde Eigenschaften:

Kartoffeln

Wer gekochte Kartoffeln bei Zimmertemperatur abkühlen lässt und sie erst Stunden später in den Kühlschrank stellt, riskiert fiese Bauchschmerzen. Denn bei Zimmertemperatur kann sich auf den Kartoffeln ein Bakterium entwickeln, das unter Umständen beim nächsten Erhitzen nicht vollständig abgetötet wird. 

Pilze

Werden Pilze längere Zeit bei Raumtemperatur gelagert, können sich gefährliche Giftstoffe bilden. Deshalb gilt: Übrig gebliebene Pilze unbedingt sofort in den Kühlschrank und innerhalb von 24 Stunden verwerten. Hinzu kommt, dass Pilze aufgrund ihres hohen Wasser- und Proteingehaltes einen idealen Nährboden für Mikroorganismen darstellen.

Spinat

Je nach Anbau kann Spinat von Natur aus sehr viel Nitrat enthalten. Wird er – in bereits erhitztem Zustand – längere Zeit bei Raumtemperatur oder wärmer aufbewahrt, kann sich das Nitrat in giftiges Nitrit umwandeln. Der Glaube, dass man Spinat nicht wieder aufwärmen dürfe, stammt aus der Zeit, als es noch keine Kühlschränke gab und Speisereste bei Raumtemperatur aufgehoben wurden. Eine Alternative zum Kühlschrank ist das Gefrierfach. Bei frostigen Temperaturen können sich keine Bakterien ausbreiten.
Der ideale Platz für Spinat im Kühlschrank ist übrigens die untere Glasplatte gleich über dem Gemüsefach. Dort ist es am kältesten. Die Reste können dann ein bis zwei Tage aufgehoben werden. Beim Wiederaufwärmen ist es wichtig, die Reste bei mindestens 70 Grad für mindestens zwei Minuten gut durchzuhitzen.

Geflügel

Wer kaltes Hähnchen aus dem Kühlschrank in der Mikrowelle aufwärmt, der nimmt von Verdauungsstörungen bis Salmonellenvergiftung alles in Kauf. Schuld daran sind die Eiweißstrukturen im Fleisch, die sich beim Aufwärmen verändern und unter Umständen auf den Magen schlagen können. Statt das Hähnchen nur lau aufzuwärmen, sollte das Fleisch richtig heiß und gleichmäßig erhitzt werden. Sonst werden die Salmonellen, die sich unter Umständen während der Lagerung vermehrt haben, nicht komplett abgetötet.

Eier

Ähnlich wie bei Geflügel gilt bei Eiern: Werden sie falsch gelagert (beispielsweise bei Zimmertemperatur) können sich Salmonellen vermehren, die Magen-Darm-Beschwerden auslösen können.

Reis

Natürlich kann man Reis wieder aufwärmen. Jedoch sollten Sie darauf achten, den gekochten Reis zügig im Kühlschrank zu lagern. Auch bei Reis gilt: Wird er zu lange bei Raumtemperatur aufbewahrt, können sich Sporen und Bakterien bilden, die Magen-Darm-Beschwerden auslösen können.

Das sollten Sie beim Aufwärmen von Speisen in der Mikrowelle beachten

Je mehr Wasser eine Speise enthält, desto eher eignet sie sich zum Aufwärmen in der Mikrowelle. Allerdings besteht zugleich die Gefahr, dass zum Beispiel Würstchen, Eier oder Tomaten geradezu explodieren, wenn das darin enthaltene Wasser nicht entweichen kann. Also besser vorher anpiksen, empfiehlt das Deutsche Grüne Kreuz (DGK) in Marburg. Damit Gefäße nicht platzen, dürfen sie nicht verschlossen sein, sondern werden mit einer Abdeckhaube mit Loch zugedeckt. So kann das Essen beim Erwärmen auch nicht spritzen oder austrocknen.

Frau stellt Essen in Mikrowelle

Vorsicht, heiß: Lebensmittel werden in der Mikrowelle oft ungleich erhitzt.

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dpa-tmn

Grundsätzlich gilt nach dem Erwärmen von Speisen und Getränken in der Mikrowelle: Gut umrühren oder schütteln, um etwaige Temperaturunterschiede auszugleichen, rät das DGK. Denn in der Mitte des Gefäßes können sich sogenannte Hot Spots bilden, also Stellen, an denen das Gericht besonders heiß ist. Besonders leicht geschieht das in hohen schmalen Behältern wie Babyflaschen und -gläschen. Manchmal gibt es aber auch sogenannte Cool Spots – kalte Stellen, die nicht oder nur unzureichend heiß geworden sind. Sie werden gefährlich, wenn sich dorthin Bakterien wie Listerien oder Salmonellen zurückziehen. (sar/mit Material der dpa)