31.07.2016
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Taylor Swift, Robert de Niro: Weltstars zeigen ihre Lieblingsorte in New York

New Yorker unter sich: Schauspieler Robert de Niro, Sängerin Taylor Swift und Regisseur Spike Lee.

New Yorker unter sich: Schauspieler Robert de Niro, Sängerin Taylor Swift und Regisseur Spike Lee.

Foto:

aus „Zu Hause in New York“, National Geographic

Der Regisseur Woody Allen, der Schauspieler Robert de Niro, der Architekt Daniel Libeskind und die Sängerin Taylor Swift – sie alle vereint eine bedingungslose Liebe. Zu ihrer Heimatstadt. Zu New York. „Ich liebe die Stadt auf emotionale, irrationale Weise, wie man seine Eltern liebt, auch wenn sie Trinker oder Diebe sind“, gesteht Woody Allen in dem neuen Bildband „Zu Hause in New York“. „Ich habe die Stadt mein ganzes Leben lang geliebt. Für mich ist sie wie eine großartige Frau.“ 20 prominente New Yorker haben der Autorin Alessandra Mattanza darin von ihrer persönlichen Sicht auf ihre Heimatstadt erzählt, die der National Geographic kürzlich in einem Band mit beeindruckenden Fotos veröffentlichte.

Woody Allen ist New Yorks „Biograf“

Kein Wunder, dass das Buch mit Allen beginnt: Der Regisseur wurde in der Bronx geboren, wuchs in der Arbeiterklasse Brooklyns auf und wird schließlich zum „Biografen“  seiner Stadt, der er zahlreiche Filme widmete: vom „Stadtneurotiker“ (1977) über „Ehemänner und Ehefrauen“ (1992) bis hin zu „Schmalspurganoven“ (2000). „Allens Filme öffnen geheime Fenster in die Geschichte und Kultur der Stadt, zu den tausenden schönen Gesichtern, die den Schmelztiegel Manhattan ausmachen“, schreibt Mattanza über ihn.

Allens Tipp: der „Russian Tea Room“ im Norden von Manhattan

Man bräuchte wohl sehr viele Urlaubstage, um alle New Yorker Plätze aus Allens Filmen zu besuchen, aber der ein oder andere lässt sich bei einem Städtetrip bestimmt ansteuern: Da wäre etwa „The Paris Theatre“, das in der „Stadtneurotiker“ zu sehen ist, in dem immer noch tolle Filme gezeigt werden, der „21 Club“, ein historisches Restaurant, in dem die Darsteller aus „Manhattan Mystery Murder“ (1993) zu Abend essen, oder das „Cherry Lane Theatre“ aus „Eine andere Frau“ (1988), ein Treffpunkt für viele Künstler. Allens persönlicher Tipp: der „Russian Tea Room“ im Norden von Manhattan, eine der berühmtesten Teestuben der Welt. „Ich bin da seit Langem Stammgast.“

Robert de Niro, das Gesicht der Stadt

Wenn Woody Allen ihr Biograf ist, so ist Robert de Niro wohl das Gesicht dieser Stadt, ob als Mafiaboss Don Vito Corleone in „Der Pate – Teil II (1974), als  Vietnamveteran in „Taxi Driver“ (1976) oder als Boxer aus der Arbeiterklasse der Bronx in „Wie ein wilder Stier“ (1980). Dabei sind es nicht nur seine Rollen, die ihn mit New York untrennbar verbinden. „New York ist in erster Linie mein Zuhause“, so der Schauspieler, der in Greenwich Village geboren und in Little Italy aufgewachsen ist. „Ich erlebe in meiner Stadt endlose Augenblicke und Universen, einen Reichtum der Kulturen wie nirgendwo sonst auf der Welt.“

Das Viertel Tribeca liegt de Niro am Herzen

Gerade das Viertel TriBeCa (Triangle Below Canal Street) um die einstigen Twin Towers liegt de Niro am Herzen. Durch das im Jahr 2002 gegründete Tribeca Film Festival half er das Viertel zu beleben, das inzwischen zu den teuersten Gegenden von Manhattan gehört. „Tribeca ist eine Welt für sich, wie ein Dorf in einer Stadt mit großen, baumbestandenen Alleen und Parks entlang von Luxuseigentumswohnungen, kleinen Läden, Boutiquen, Kunstgalerien und historischen Gebäuden“, sagt de Niro, der aus einer New Yorker Künstlerfamilie stammt. Auch der Washington Square Park in Greenwich Village, wo er früher mit seinem Vater spazieren ging, bedeutet de Niro nach wie vor viel. Hier treffen sich heute Künstler und Musiker, aber auch viele New Yorker zum Schachspielen.

Martin Scorsese, „das Herz der Stadt“

Zum Aushängeschild New yorks machte de Niro wohl vor allem die Regie-Legende Martin Scorsese. Mattanza nennt ihn sogar das „Herz der Stadt“, der er – ähnlich wie Allen – viele seiner Werke widmete, etwa die Klassiker „New York New York“ (1977) und „Goodfellas“ (1990) oder erst kürzlich „The Wolf of Wall Street“ (2013). Und: Die meisten seiner New-York-Filme kreisen – natürlich – um das Gesicht der Stadt, um de Niro. Wie de Niro ist Scorsese in Little Italy aufgewachsen, leidet als Kind sehr unter Asthma und flüchtet sich ins Kino. „Als ich elf war, begann ich, alleine ins Kino zu gehen, das nur ein paar Blocks die Straße runter war“, so Scorsese über den Beginn seiner Liebe zum Film, die untrennbar mit der Liebe zu New York verbunden ist.

„Für mich ist New York das Straßenleben“

Dabei ist es nicht die Oberfläche, die Welt der Wolkenkratzer, die Scorsese besonders interessieren, schließlich schlägt das „Herz“ einer Stadt in ihren Untergründen und Hinterhöfen. „Für mich ist New York nicht die funkelnde Stadt der tausend Lichter, sondern das Straßenleben mit seinen Verbrechen, all den Widersprüchen und dunklen Seiten.“ Seine Heimatstadt ist für Scorsese nicht einfach die Verheißung des amerikanischen Traums: „New York ist ein subtiler Realismus, der dich dazu bringen kann, gleichzeitig zu träumen und zu grübeln.“

Die Liebeserklärungen von Taylor Swift, Spike Lee und James Franco

Es ist nur eine von vielen Liebeserklärungen an New York, die das Buch offenbart. „New York hat alles, was ich liebe. In New York passiert in jedem Block etwas, jede Minute“, zitiert die Autorin den Schauspieler James Franco. Für den Regisseur Spike Lee ist New York „nicht eine, sondern eine unendliche Zahl von Welten.“ Und die Sängerin Taylor Swift sagt am Ende des Bandes: „Was New York zu New York macht, ist, dass es anders ist als jeder andere Ort auf der Welt.“

Zu Hause in New York, 20 Prominente zeigen ihre Stadt, National Geographic.