26.08.2016
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Schulranzen-Test von Stiftung Warentest: Welcher Schulranzen ist der beste?

Welches ist der richtige Ranzen für mein Kind?

Welches ist der richtige Ranzen für mein Kind?

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Köln -

Damit Kinder auf ihrem Schulweg gut zu sehen sind, müssen ihre Ranzen grell leuchten – zu jeder Tageszeit und bei jedem Wetter. Das schaffen viele nicht. Im Schulranzen-Test der Stiftung Warentest fallen zehn Modelle durch, weil sie im Verkehr schlecht zu erkennen sind. Eltern sollten deshalb nur einen der acht guten, sicheren Ranzen (siehe Kasten rechts) kaufen, raten die Warentester. Hier sind die qualitativen Unterschiede gering, die Preise stolz. Unter 140 Euro ist kein guter Ranzen zu haben.

Der Schulranzen muss leuchten

Wie ein sicherer Schulranzen aussieht, legt die Norm DIN 58124 fest. Danach sollen zehn Prozent der Rück- und Seitenflächen retroreflektieren: das Licht der Scheinwerfer bei Dunkelheit zurückwerfen – der Katzenaugeneffekt. Zusätzlich sollen mindestens 20 Prozent fluoreszieren: am Tag und in der Dämmerung weithin leuchten. Dafür sind kontrastreiche, orangerote oder gelbe Flächen vorgesehen mit hoher Leuchtkraft wie Warnwesten. Sie müssen noch genügend leuchten, wenn sie altern. Diese Anforderungen waren Maßstab für die Tester.

Unsichere "Geschwister"

Eltern finden in den Geschäften häufig Ranzen ohne das komplette Sicherheitspaket. Das Problem: Sie können sichere und unsichere Modelle schnell verwechseln. Die Ranzen heißen oft genauso, haben die gleichen Motive und kosten ähnlich viel. Das zeigt auch der Test. Sechs der acht guten Modelle haben unsichere „Geschwister“: Scout Buddy-Style-Set, Mega-Style-Set und Nano-Style-Set sowie die Spiegelburg Ergo Style, McNeill Ergo Light 912 und Compact. Alle verzichten auf leuchtende Signalfarben.

Mangelhafte Schulranzen

Ebenfalls mangelhaft: Ergobag E-12, McNeill Ergo light Trecking, Step by Step Touch und Tatonka Starter Light. Tatonka, Step by Step und Ergobag bieten überhaupt keine Modelle mit fest platzierten orangenen Warnfarben. Ergobag liefert Signalflächen separat, für 10 Euro. Der Rucksack leuchtet dann mehr, aber die Signalflächen überdecken die ohnehin zu kleinen retroreflektierenden Streifen. Weiteres Manko: Ergobag hält nicht dicht, wenn es heftig regnet.

Ein guter Ranzen sollte viele Anpassungsmöglichkeiten bieten. Verstellbare Trageriemen haben alle. Ergobag, Step by Step und Tatonka bieten zusätzliche Schultergurte zur besseren Gewichtsverteilung. Auch ein Hüftgurt entlastet. Ein Brustgurt verhindert, dass die Riemen von den Schultern rutschen. Die Gurte sind manchmal dabei, manchmal für wenig Geld nachzukaufen.

Die Chemie der Schulranzen stimmt

Im täglichen Gebrauch gab es nur gute und befriedigende Noten. Auch die Chemie stimmt. Die Tester haben auf Phthalat-Weichmacher und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) untersucht – ohne Beanstandungen. Allerdings fanden sie in den Griffen der Scout-Ranzen Buddy Basic und Nano Basic erhöhte Mengen an Nonylphenolethoxylaten. Die Chemikalie wird unter anderem in der Textilverarbeitung eingesetzt, ist giftig für Fische und schwer abbaubar. Ob und in welcher Konzentration sie dem Menschen schadet, ist nicht geklärt. Trotzdem haben die Tester die Schadstoffe kritisch beurteilt – es geht ja auch ohne. (td)