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Steuerpflicht: Solaranlage für das Eigenheim

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Steuerliche Vorteile nutzen. Foto: Thinkstock.com

Viele Kosten für Solaranlagen im Eigenheim können steuerlich geltend gemacht werden. Wie im Einzelfall verfahren werden muss, erfahren Sie hier.

Immer mehr Eigentümer lassen sich eine Fotovoltaik-Anlage auf dem Dach ihres Hauses installieren. Der Betrieb dieser Anlage muss dem Finanzamt angezeigt werden. Das gilt auch, wenn die Immobilie vom Eigentümer und seiner Familie zu eigenen Wohnzwecken genutzt wird. Auf die Anzeige beim Finanzamt erhält er einen Fragebogen zur „Betriebseröffnung“, denn er wird nun steuerlich als Gewerbetreibender behandelt, weil der erzeugte Strom in das Netz des Stromanbieters eingespeist und damit verkauft wird. Ob neben der Anzeige des Beginns des Betriebs der Anlage eine Gewerbeanmeldung erforderlich ist, hängt von der Größe der Solarzellenfläche ab. Ist die Fläche kleiner als 30 Quadratmeter, ist eine Gewerbeanmeldung in der Regel nicht erforderlich. Die Gewerbesteuer entsteht erst, wenn der Gewinn aus der Anlage mehr als 24.500 € pro Jahr beträgt, was bei privaten Anlagen bei weitem nicht erreicht wird.

ANS FINANZAMT

Zu der Einkommensteuererklärung muss der Eigentümer jetzt die Anlage GSE (Einkünfte aus Gewerbebetrieb bzw. selbstständiger Tätigkeit) und die Anlage EÜR (Einnahmen- Überschuss-Rechnung) ausfüllen, in welcher dem Finanzamt der Gewinn oder Verlust aus der Anlage vorgelegt wird. Eine aufwändige Buchführung ist nicht nötig, es genügt eine Gegenüberstellung der Einnahmen und Ausgaben.

UMSATZSTEUER

Bei einer regelmäßigen Einspeisung von mehr als 50 Prozent des erzeugten Stroms in das Netz des Netzbetreibers besteht grundsätzlich Umsatzsteuerpflicht und es muss eine Umsatzsteuererklärung erstellt werden. Bei einem Umsatz unter 17.500 Euro ist der Eigentümer steuerlich Kleinunternehmer und von der Umsatzsteuer befreit. Als Kleinunternehmer empfiehlt es sich aber, auf die Umsatzsteuerbefreiung zu verzichten und eine Umsatzsteuervoranmeldung abzugeben. Die Umsatzsteuerpflicht bietet einen großen finanziellen Vorteil, weil unter anderem die bei dem Erwerb und der Installation der Anlage an den Lieferanten geleistete Mehrwertsteuer vom Finanzamt als Vorsteuer zurückerstattet wird. Der Eigentümer erhält, wenn er auf die Befreiung verzichtet hat, die gezahlte Umsatzsteuer vom Finanzamt sofort zurück. Ein Pferdefuß liegt darin, dass in dem Jahr der Betriebsaufnahme und im Folgejahr monatlich eine Umsatzsteuervoranmeldung eingereicht werden muss, weil der Stromanbieter Mehrwertsteuer entrichtet. Diese muss an das Finanzamt abgeführt werden, wenn nicht im gleichen Zeitraum Vorsteuer aus Rechnungen für die Wartung und Reparaturen angefallen sind, mit der die Mehrwertsteuerzahllast verrechnet werden kann.

STEUER-EFFEKT

Die Annahme einer gewerblichen Tätigkeit hat den weiteren steuerlichen Effekt, dass die Aufwendungen, die durch den Betrieb der Anlage entstehen – etwa Zähler- und Versicherungskosten – genauso wie die Ausgaben für die Finanzierung steuerwirksam geltend gemacht werden können.

Dr. Schaefer-Drinhausen

RECHTSANWALT UND FACHANWALT FÜR STEUERRECHT

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