28.07.2016
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Luftbilder : Kamera fliegt über die Eifel

Sebastian Bützler lässt seine Fotodrohne per Fernsteuerung fliegen.

Sebastian Bützler lässt seine Fotodrohne per Fernsteuerung fliegen.

Foto:

Gudrun Klinkhammer

Bad Münstereifel- Kolvenbach -

Sebastian Bützler kniet im Gras, sein Kopf ist gesenkt. Seine Hände arbeiten an einem weißen Gerät, das aussieht wie ein doppelter Bumerang mit vier kleinen Rotoren an den Enden. An einem sonnigen Samstagnachmittag macht Sebastian Bützler auf diese Weise auf einer seiner Wiesen in Kolvenbach eine Foto-Drohne „scharf“, also abflugbereit.

Bei einer derartigen Drohne, 800 Gramm schwer und bis zu 40 Kilometer pro Stunde schnell, handelt es sich um ein fliegendes Gestell für eine Kamera. Das Fluggerät wird ferngesteuert. Die Kamera, eine sogenannte Actionkamera, ist fast so klein wie eine Streichholzschachtel. Dennoch besitzt das Gerät ein enormes Weitwinkelobjektiv. Die kleine Kamera wird vor dem Flug programmiert.

Seit rund einem Jahr beschäftigt sich der staatlich geprüfte Landwirt mit dieser Technik, die ihn nach wie vor fasziniert. Mit wachsender Begeisterung ist er darauf bedacht, dieses Hobby zu verfeinern. Inzwischen nutzt er sein Hobby sogar für berufliche Zwecke. Sebastian Bützler: „Zunächst drehte ich mit einem Freund Handy-Videos und wir gründeten auf Youtube den Kanal „Nordeifel Agrarvideos“. Seine ausgezeichneten Filme sind inzwischen sehr beliebt und werden etwa auf der Internetplattform Facebook gerne geteilt. Dem Handy als Arbeitsgerät folgte die Drohne, die einige Hundert Euro kostet. Ebenso teuer ist die kleine Actionkamera, die – in der Drohne festmontiert – dann in die Lüfte gehievt wird.

Sebastian Bützler: „Zum Einen drehe ich Videos für das Internet, andererseits fliege ich beispielsweise mit der Drohne inzwischen auch unsere Maisfelder von oben ab um zu schauen, ob Wildschweine drin sind.“ Sebastian Bützler fliegt in der Regel auf Sicht. Er weiß jedoch, dass es auch die Möglichkeit gibt, mit einer speziellen Brille den Flug der Drohne in Echtzeit zu erleben. Bützler: „Es gibt Brillen, durch die sieht der Pilot am Boden zeitgleich, was die Drohne aus der Luft aufnimmt.“ Möglich ist auch die direkte Flugübertragung auf einen Monitor.

Der 30-Jährige dagegen wertet die Filme und Fotos seiner kleinen Kamera später am heimischen Rechner aus. Dann sieht er sich in Ruhe an, wie die Welt um ihn herum von oben aussieht. Dann bearbeitet er die Bilder, schneidet die Filme zusammen und unterlegt sie mit Musik. Bevor Sebastian Bützler die Drohne in die Lüfte steigen lässt, muss er die Akkus laden. Drei davon stehen ihm zur Verfügung, die jeweils eine Kapazität für zehn Minuten haben.

Bützler: „Sobald ein Akku leer ist oder sich die Drohne zu weit von der Basisstation entfernt, kommt sie praktischerweise ganz von selbst zu den Startkoordinaten zurückgeflogen.“ Die Startkoordinaten sind es auch, die die Drohne vor dem Abflug per GPS (Global Positioning System) immer wieder neu aufnimmt. In diesen Momenten sendet die Drohne zunächst rote Lichtsignale aus. Sind die Koordinaten aufgenommen, werden die Lichtsignale an einer Seite der Drohne grün und es kann losgehen.
Nachdem Sebastian Bützler das Gerät im Gras samt Kamera startklar gemacht hat, stellt er sich auf, legt sich den Gurt der Fernsteuerung um den Hals und bedient die entsprechenden Hebel. Ein kurzes Surren, und das kleine technische Wunder schießt in die Höhe. Der Pilot legt den Kopf in den Nacken und ist einfach nur noch fasziniert, wie wendig und leicht die Drohne in der Luft tanzen kann.


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