31.08.2016
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Kölner Stadt-Anzeiger | Neue Cover-CD: Heino und der angebliche Rocker-Krieg
24. January 2013
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Neue Cover-CD: Heino und der angebliche Rocker-Krieg

Heino

Heino sendet freundliche Grüße an seine Hörer.

Foto:

Agentur Mewes

Bad Münstereifel -

Wenn Künstler ins Rentenalter kommen, hören sie selten sofort mit der Arbeit auf, lassen es aber meist ein bisschen ruhiger angehen. Heino startet dagegen mit 73 Jahren noch einmal richtig durch. Am 1. Februar erscheint die neue Heino-CD mit dem Titel „Mit freundlichen Grüßen“. Heino traut sich, Coverversionen von erfolgreichen Rocksongs deutscher Bands in seiner ganz eigenen volkstümlichen Version unters Volk zu bringen.

Dass einer wie er mit seiner Weltsicht Stücke wie etwa „Junge“ von den Ärzten oder „Sonne“ von Rammstein interpretiert, wird sicherlich den ein oder anderen seiner treuen Gefolgschaft verstören. Und auch die Urheber: „Bild“ meldete gar, die Ärzte und Rammstein würden über rechtliche Schritte nachdenken – was natürlich gleich ein schöner Werbegag für die CD wäre. Die Gruppe Rammstein bestritt dies allerdings auf ihrer Homepage.

Dem Zeitungsbericht zufolge gehen Rammstein und Die Ärzte wegen des geplanten Albums auf die Barrikaden. Dies wiesen beide Bands jedoch zurück. „Mit Befremden“ habe Rammstein die Berichterstattung gelesen, hieß es am Donnerstag auf der Homepage der Gruppe. Rammstein befinde sich nicht in einer Auseinandersetzung mit Heino.

Auch die Plattenfirma der Ärzte, Hot Action Records in Berlin, widersprach dem Artikel. Dass Heino auf der Platte den Ärzte-Hit „Junge“ zum Besten gibt, habe bei den Punk-Rockern nicht für Aufregung gesorgt, hieß es am Donnerstag. Die Band habe Heino auch nicht mit rechtlichen Schritten gedroht, sollte er ein Video seiner „Junge“-Version herausbringen, wie die Zeitung berichtet hatte. „Bildblog“ sprach am Donnerstag von Krawall-PR der „Bild“-Zeitung.

Die rechtliche Lage scheint klar: Künstler wie die Sportfreunde Stiller, Herbert Grönemeyer, Nena oder Marius Müller-Westernhagen können rechtlich nur unter bestimmten Bedingungen etwas gegen die Heino-CD unternehmen. Denn solange er keine Änderung an Text, Melodie und Struktur vornimmt, muss er keine Genehmigung der Autoren einholen. Anders sieht das aber bei der Veröffentlichung von Videos aus – sie brauchen die Genehmigung der Liedautoren. Heino selbst war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen, weil er in Florida Urlaub macht. Manager Mewes erklärte im Gespräch mit dem „Kölner Stadt-Anzeiger“: „Ich weiß gar nicht, warum die Bands sich aufregen. Durch die Veröffentlichung von Heino kriegen die doch zusätzlich Kohle.“ Und: „Heino möchte sich natürlich auch einen Spaß erlauben. Er möchte den Kollegen, die ihn jahrelang veräppelt haben, einfach auch mal einen Spiegel vorhalten.“

Wurden seine Lieder früher von respektlosen Kollegen wie Norbert Hähnel („Ich bin der wahre Heino“) aus dem Düsseldorfer Umfeld der „Toten Hosen“ von links nach rechts gedreht, so revanchiert sich Heino diesmal mit Akkordeon und Tuba. Das hat schon mal gut funktioniert, als Heino mit einer Rap-Version von „Blau blüht der Enzian“ in die Hitparade kam. (dpa, ksta)