28.07.2016
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Postsendung: Paket war 17 Tage lang unterwegs

Norbert Zöllmann

Auf die Deutsche Post ist Norbert Zöllmann nicht gut zu sprechen. Eigentlich sollte der Sohn lediglich ein Paket in den Urlaub nachschicken. Ergebnis: Telefonkosten von rund 30 Euro und viel Ärger.

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Michael Greuel

Bad Münstereifel -

Wer kennt das nicht? Man sitzt in Urlaubsstimmung im Auto – und nach einigen Kilometern bemerkt man, dass man etwas vergessen hat. Das ist kürzlich auch dem Ehepaar Zöllmann aus Bad Münstereifel passiert, als es auf dem Weg nach Bad Füssing war.

Auf der Höhe von Koblenz fiel auf, dass die Handtasche die Reise nach Bayern nicht mit angetreten hatte. Nach kurzer Beratung beschlossen die Eheleute allerdings, deswegen nicht zurückzukehren, sondern den Sohn telefonisch darum zu bitten, die fehlende Handtasche der Mutter ins beschauliche Bad Füssing nachzuschicken. Doch damit fing der Ärger erst richtig an.

„Unser Sohn hat das Paket am 17. Dezember von Mechernich aus verschickt. Wir gingen davon aus, dass es zwei Tage später bei uns eintreffen würde. Selbst wenn es drei oder vier Tage gewesen wären, hätten wir es nicht schlimm gefunden, schließlich hat die Post vor den Weihnachtstagen viel zu tun“, erzählte Norbert Zöllmann jetzt dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Doch das Paket traf nicht ein. Der Sohn rief daraufhin bei der Post an, um nachzuforschen, wo sich die Fracht denn befinden könne. Die Antwort der Post: „Wir wissen es nicht.“ Die Sendung war spurlos verschwunden.

Rund zwei Wochen zogen ins Land, bis es den Zöllmanns zu bunt wurde. Am 2. Januar meldete sich der Sohn erneut bei der Post. Und siehe da: Das Paket war aufgefunden worden. Es fristete sein Dasein in Köln und wurde nicht weiterverschickt, da es leicht beschädigt war.

Urlaub war fast rum

Auf Bitten des Absenders sandten die Mitarbeiter der Post die verpackte Handtasche dann doch noch in Richtung Bayern, wo sie am 3. Januar auch tatsächlich ankam. Allein – viel Zeit, die Tasche im Urlaub zu nutzen, hatte Frau Zöllmann nicht. Am 6. Januar ging es nämlich schon zurück in die Kurstadt.

Inzwischen hat sich die Deutsche Post bei der Familie für die Unannehmlichkeiten entschuldigt. Allerdings auch nur, weil Norbert Zöllmann nochmals dort anrief. „Mein Sohn musste für die Nachforschungen eine kostenpflichtige Hotline anrufen und wurde teilweise bis zu 45 Minuten in einer Warteschleife gehalten“, so der Münstereifeler. Kosten: rund 30 Euro. „Da wollte ich nachfragen, ob die Post sich hinsichtlich der Kosten entgegenkommend zeigt.“ Fehlanzeige. Die Antwort des Call-Center-Mitarbeiters lautete, der Anrufer habe ja schließlich gewusst, dass es sich bei der von ihm gewählten Rufnummer um eine kostenpflichtige Hotline handele. Das Argument, dass das Paket ohne die hartnäckigen, aber teuren Anrufe vermutlich immer noch in Köln liegen würde, ließ der Telefonist nicht gelten. Er versprach lediglich, die ganze Angelegenheit weiterzugeben.

Vorfall nicht geklärt

„Wir haben bislang noch nichts gehört“, ist Zöllmann immer noch sauer. Auch auf Nachfrage des „Kölner Stadt-Anzeiger“ konnte die Post auf Anhieb nichts Erhellendes zur Klärung des Vorfalls beitragen. Dafür müsse der Kunde offiziell einen Nachforschungsantrag stellen.

Das will sich Zöllmann allerdings ersparen. Schließlich gehe es ihm nicht um die 30 Euro, sondern ums Prinzip. Doch zum Glück gebe es in Deutschland weitere Dienstleister, die den Versand von Paketen anböten. Beim nächsten Mal werde man sich vermutlich an ein anderes Unternehmen wenden.