28.09.2016
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Benefizkonzert des Heeresmusikkorps: Militärmusik in Monschau

Ein tolles Bild bot sich am Mittwochabend an einem sternenklaren Abend auf der Burg Monschau. Bild: Züll

Ein tolles Bild bot sich am Mittwochabend an einem sternenklaren Abend auf der Burg Monschau. Bild: Züll

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Reiner Züll

Monschau -

Ein sternenklarer Himmel, von dem der Vollmond die Szene beleuchtete, zwei voll besetzte Tribünen und ein gut gelaunter und engagierter Dirigent waren am Mittwochabend Garanten dafür, dass das Benefizkonzert des Heeresmusikkorps 300 zugunsten der Hilfsgruppe Eifel bei den Monschauer Festspielen ein großer Erfolg wurde. Weit über 1000 Besucher waren zur Burg gekommen, wo auch für den Dirigenten des Koblenzer Musikkorps, Oberstleutnant Robert Kuckertz, der jahrelange Wunsch endlich in Erfüllung ging, vor einer solch malerischen Kulisse konzertieren zu können.

Er habe schon seit Jahren „ein Auge auf Monschau geworfen“, gestand der in Euskirchen beheimatete Korps-Chef Robert Kuckertz dem „Kölner Stadt-Anzeiger“, „Jetzt bin ich froh, dass es endlich geklappt hat.und wir hier für den guten Zweck konzertieren können“ Die guten Kontakte zu Willi Greuel und Helmut Lanio von der Hilfsgruppe Eifel hätten dies möglich gemacht.

In der Hoffnung, mit den Heeresmusikern einmal in Monschau auftreten zu können, habe er schon vor zwei Jahren bei der Monschau-Klassik die dortige Burg-Bühne in Augenschein genommen und seitdem die Idee verfolgt, dort einmal ein historisches, auf die Monschauer und Aachener Region abgestimmtes Serenaden-Konzert zu präsentieren. Kuckertz: „Damals hatte ich das heutige Programm schon im Kopf“.

In Höchstform

Nachdem die Monschauer Festspiel GmbH den Heeresmusikern die Möglichkeit eröffnet hatte, ein Benefizkonzert zugunsten der Hilfsgruppe zu geben, lief Kuckertz zu Höchstform auf. Er stellte eine Zeitreise der Militärmusik durch sechs Jahrhunderte zusammen. In Monschau zeichnete sich der Berufsmusiker zudem auch als unterhaltsamer Moderator aus.

Das Konzert eröffnete das 50-köpfige Ensemble mit dem Kürassiermarsch „Großer Kurfürst“. Aus der Zeit der Landsknechte erklang mit dem „Regimentsstreich“ ein Stück aus der Zeit von Karl V, der 1543 die Burg Monschau angegriffen und besetzt hatte.

Mit „Lützows wilder Jagd“ spannte das Orchester einen Bogen nach Aachen, wo einst das Infanterie-Regiment von Lützow stationiert war. Mit der Ouvertüre „Der fliegende Holländer“ erinnerten die Musiker an den 200. Geburtstag des Komponisten Richard Wagner. Wie aus heiterem Himmel marschierte dann der Spielmannszug der Bundeswehr aus Siegburg in den Burghof ein, um dann auf der Burgbühne unter großem Beifall mit den Heeresmusikern den Revuemarsch zu intonieren. Spielmannszüge der Bundeswehr, so Robert Kuckertz gibt es nur zwei in Berlin und Siegburg.

Korps und Spielmannszug mit insgesamt 58 Musikern eröffneten mit dem Regimentsgruß auch die zweite Halbzeit gemeinsam. Viel Applaus gab es für die Kavallerie-Signale, mit denen drei auf dem Burggelände postierte Trompeter Befehle übermittelten oder quittierten.

Vor dem furiosen Finale mit Verdis Aida bekam das Publikum etwas recht Seltenes geboten. Beim „Dessauer“ präsentierte Robert Kuckertz einen Solisten in einer mehr als 100 Jahre alten Uniform des damaligen „Zweiten Rheinischen Infanterie-Regiments Nr. 28“ aus Koblenz-Ehrenbreitstein. Diese historischen Uniformen, zu der auch die Pickelhaube gehört, dürfen Bundeswehrangehörige nicht tragen.

Preußischer Infanterist

Kuckertz hatte sich mit dem ehemaligen Oberfeldwebel Mark Podschadli einen Reservisten an Land gezogen, der als preußischer Infanterist auf einer mehr als 100 Jahre alten Signaltrompete blies. Das Publikum war aus dem Häuschen. Eine Woche lang habe er mit Podschadli für diesen furiosen Auftritt geprobt, berichtete Kuckertz. Die Uniform habe ihm ein Förderverein aus Ehrenbreitstein für den Auftritt in Monschau ausgeliehen.

Nachdem Korps und Spielmannszug mit dem gemeinsamen Preußens Gloria das Programm beendet hatten, bedankte sich Hilfsgruppen-Chef Willi Greuel mit einem großen Blumenstrauß, den Annette Fröhlich unter großem Beifall des Publikums an Robert Kuckertz übergab.

Als Zugabe griff der Euskirchener selbst zum Instrument und zeigte, dass er auch bei Country-Klängen das Akkordeon meisterhaft beherrscht. Den Schlusspunkt setzte das Korps mit „Highland Cathedral“ , bei dem der Stabsfeldwebel Bodo Rünz das Orchester mit dem Dudelsack unterstützte.

Als der letzte Ton verklungen war, erhoben sich mehr als 1000 begeisterte Zuhörer von den Plätzen und spendeten dem Ensemble lang anhaltenden Applaus. Mit der Nationalhymne, die alle kräftig mitsangen, endete ein Konzertabend.