24.07.2016
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Ungeklärter Mord: Fall soll neu aufgerollt werden

Mord Rohr

Mordfall Marcel B.: Die Bonner Kriminalpolizei sicherte Spuren auf der Kellertreppe.

Foto:

Thomas Schmitz

Blankenheim-Rohr -

Mehr als fünf Jahre lang wurde der Mord an Marcel B. aus Rohr, der im Juni 2007 tot aufgefunden worden war, als „ungelöst“ in den Akten der Ermittlungsbehörden geführt. Mittlerweile haben allerdings neue Verfahren und Erkenntnisse dazu geführt, dass die Staatsanwaltschaft Aachen bereit ist, den Fall zur Anklage zu bringen.

Auf der Außentreppe seines Einfamilienhauses in Rohr war der Ermordete damals mit durchtrennter Kehle aufgefunden wurden. Zeugen sprachen von einem Blutbad. Viele Tatumstände gaben den Ermittlungsbehörden Rätsel auf. So konnte dem Vernehmen nach trotz intensiver Suche bis heute keine Tatwaffe gefunden werden.

Einen zentralen Punkt stellte schon damals die Festlegung des Todeszeitpunktes dar. Zeugenaussagen legten nahe, dass der Mord sich schon anderthalb Tage vor dem Auffinden der Leiche abgespielt hatte. Allerdings hüllten sich Polizei und Staatsanwaltschaft über die Einzelheiten der Tat stets in Schweigen, da befürchtet wurde, Täterwissen zu veröffentlichen.

Neue Ermittlungsverfahren

„Wir haben permanent weiterermittelt“, erläuterte Oberstaatsanwalt Robert Deller am Mittwoch den Sachstand. Schon damals habe ein zum Tatzeitpunkt 29-jähriger Schleidener im Fokus der Ermittlungen gestanden, der auch einige Zeit in Untersuchungshaft genommen worden war. Da der Mann aber ein Alibi vorweisen konnte, ließ sich der Verdacht nicht erhärten.

Neue forensische Verfahren haben nun dazu geführt, dass mittlerweile ein anderer Tatzeitpunkt angenommen wird. Zusammen mit den anderen Indizien, die zusammengetragen worden sind, ist die zuständige Staatsanwaltschaft Aachen davon überzeugt, dem Verdächtigen die Tat auch nachweisen zu können.

Dieser Einschätzung wollte das Landgericht Aachen nicht folgen. Mittlerweile hat die Staatsanwaltschaft dagegen Beschwerde vor dem Kölner Oberlandesgericht eingereicht. Deller geht davon aus, dass in den nächsten vier bis sechs Wochen eine Entscheidung ergehen wird. Dann wird sich herausstellen, ob nach dem Mordfall Lolita Brieger auch für einen anderen nicht gelösten Fall ein Täter präsentiert werden kann.