28.08.2016
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Bohrungen im Kronenburger See: Staudamm wird angebohrt

Von wegen Wasserfreuden: Der Seilgarten schwimmt nicht mehr, Bagger wühlen im schlammigen Grund des Sees.

Von wegen Wasserfreuden: Der Seilgarten schwimmt nicht mehr, Bagger wühlen im schlammigen Grund des Sees.

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Bilder: Sprothen

Dahlem-Kronenburg -

„Wie sieht es denn hier aus?“, wunderte sich am Montagmittag ein Ehepaar, das rund um den Kronenburger See spazierte. In den Sommerferien, als die beiden das letzte Mal an dem beliebten Badesee waren, planschten noch Kinder im kühlen Nass. Nun blickte das Paar vollkommen überrascht auf eine Matschlandschaft. Und die Staumauer, über die der beliebte Rundweg verläuft, war gesperrt. Denn nachdem in den vergangenen Wochen all das Wasser aus dem See abgelassen wurde, wird das gewaltige Bauwerk nun angebohrt. Sinn und Zweck der Arbeiten: Fachleute überprüfen, ob der Staudamm, der mittlerweile 40 Jahre alt ist, noch dicht ist.

Professor Jürgen Köngeter und Diplom-Ingenieur Helmut Berg beobachteten die Arbeiten am Staudamm genauestens. „Es werden insgesamt sieben Löcher gebohrt“, berichteten die beiden Fachleute. Zwei Bohrungen liegen im oberen Bereich der Staumauer, der ständig dem Witterungswechsel aus Sonne, Regen und Kälte ausgesetzt ist. Selbst das Auge des Laien erkennt, dass die Abdichtung aus Asphaltbeton in diesem Bereich Schäden aufweist. Man sieht Blasen und verlaufene Stellen.

Zwei weitere Bohrungen werden im mittleren Bereich vorgenommen. Dieser rund fünf Meter hohe Abschnitt ist im Sommer mit Wasser bedeckt. Im Winter, wenn der Wasserspiegel aus Gründen des Hochwasserschutzes abgesenkt wird, liegt er an der Luft. Die drei letzten Löcher werden ganz unten am Fuß der Staumauer gebohrt. Dieser Bereich ist ständig mit Wasser beziehungsweise Schlamm bedeckt. Schäden sind dort nicht zu erkennen. „Hier ist die Mauer glatt wie eine Badewanne“, urteilen die beiden Fachmänner.

Die eigentliche Asphaltabdichtung des Dammes ist rund 15 Zentimeter dick. Darunter folgt eine Filterschicht, die oben im Bereich der Krone lediglich 15 Zentimeter dick ist, unten am Fuß des Staudamms rund zwei Meter. Durch diese Filterschicht soll das Wasser ablaufen, falls die Abdichtung defekt sein sollte. Bei der eigentlichen Staumauer handelt es sich um einen Steinschüttdamm, er ist an der Krone 3,50 Meter breit, am Fuß enorme 90 Meter. Seine Standfestigkeit wurde bereits im vergangenen Jahr überprüft.

Eigentlich wollte man die untersten Bohrungen noch tiefer am Fuß vornehmen. Und zwar in dem Bereich, in dem die Asphaltabdichtung auf dem ursprünglichen Boden des Kylltals aufliegt. Doch der Grund des Sees ist nach vier Jahrzehnten mit einer dicken Schlammschicht bedeckt. Mit einem Bagger lässt sich dieser Matsch nur sehr schwer entfernen. Denn die zähflüssige Masse rutscht immer wieder nach.

Die Bohrkerne werden in einem Dortmunder Labor untersucht. Bis die Ergebnisse vorliegen, ist der See höchstwahrscheinlich schon wieder gefüllt. Denn wenn die Proben aus dem Staudamm gezogen sind, werden die Löcher sofort wieder abgedichtet. Für die Arbeiten sind zwei Tage veranschlagt. Anschließend, also noch am Dienstag, wird der Ablauf aus dem See wieder gedrosselt. Nach 14 Tagen, so die Schätzung, hat der See wieder die Höhe des Winterstaus erreicht. Dies ist natürlich davon abhängig, wie oft und wie heftig es in den kommenden Tagen regnet.

Falls die Untersuchungen ergeben, dass die Staumauer saniert werden muss, so wird man diese Arbeiten frühestens im Herbst kommenden Jahres ausführen. Denn während des Winters und des Frühjahrs kann der Kronenburger See wegen des Hochwasserschutzes nicht entleert werden. Und im Sommer wollen dort die Badegäste schwimmen.