29.09.2016
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Schwänzender Ratsherr in Dahlem: Ein ziemlich dreistes Verhalten

Emmanuel Graf Beissel von Gymnich saß für die FDP im Dahlemer Rat. Anwesend war er bei den Sitzungen allerdings höchst selten.

Emmanuel Graf Beissel von Gymnich saß für die FDP im Dahlemer Rat. Anwesend war er bei den Sitzungen allerdings höchst selten.

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Johannes Puderbach

Dahlem -

Es ist verständlich, dass Emmanuel Graf Beissel von Gymnich mit seiner Firma wirtschaftlichen Erfolg anstrebt und deshalb in dieser Angelegenheit großes Engagement an den Tag legt.

Doch dass er gleichzeitig im Gemeinderat kaum noch Präsenz zeigt, dafür können die Bürger kein Verständnis aufbringen. Denn der FDP-Mann wurde gewählt, um sich für die Anliegen der Dahlemer starkzumachen.

Ignoranz gegenüber der Demokratie

Das Hickhack um die Aufwandsentschädigung dürfte Beissel egal sein. Denn er wird wohl kaum an seinem Mandat kleben, damit er die 190 Euro im Monat bekommt, die in der kleinsten Kommune des Landes dafür gezahlt werden. Die Gründe sind wahrscheinlich eher darin zu suchen, dass die FDP in weiten Teilen der Eifel eine Splitterpartei ist.

So konnte sie bei der jüngsten Kommunalwahl noch nicht einmal alle Wahlbezirke in der Gemeinde besetzen. Und die Reserveliste umfasst gerade einmal sieben Plätze, von denen lediglich noch zwei verblieben sind. Einer wird sogar noch von Beissels Sohn eingenommen.

Doch trotz alledem erscheint Beissels Verhalten ziemlich dreist.

Wer in anderthalb Jahren nur an einer einzigen Ratssitzung teilnimmt, verstößt grob gegen seine Pflichten und zeigt gleichzeitig seine Ignoranz gegenüber der Demokratie, die unsere Vorfahren sich einst gegen den Adel erkämpfen mussten.

Beissel sollte sich ein Beispiel an Philip Hodecker nehmen, dem Dahlemer CDU-Vorsitzenden. Der arbeitet ebenfalls fern der Heimat an seinem beruflichen Fortkommen.

Und als Hodecker merkte, dass dadurch weniger Zeit für die Politik blieb, legte er konsequenterweise sein Ratsmandat nieder.

Aber auch die Gemeinde sollte handeln und ihr System der Aufwandsentschädigung ändern. Es ist doch nicht einzusehen, dass mangelnde Pflichterfüllung nur alle fünf Jahre durch die Wähler bestraft werden kann und ansonsten keinerlei Konsequenzen hat.

Fragen? Anregungen?johannes.puderbach@mds.de


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