26.07.2016
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„Engel der Kulturen“ verlegt: Rüdesheimer Platz offiziell übergeben

Der Künstler Gregor Merten verlegte den Engel der Kulturen auf dem frisch eröffneten Rüdesheimer Platz.

Der Künstler Gregor Merten verlegte den Engel der Kulturen auf dem frisch eröffneten Rüdesheimer Platz.

Foto:

NOLDEN

Euskirchen -

Als 2007 die ersten Ideen zur Sanierung des Viehplätzchen-Viertels diskutiert wurden, gab es noch nicht einmal die Idee zum Rüdesheimer Platz. Die entstand erst im Zuge der Sanierungsmaßnahmen in Zusammenarbeit mit dem Planungsbüro HJPPlaner. „Man sagte mir, was Sie da vorhaben, wird ein schwieriges Unterfangen“, erzählte Dr. Harald Heinz von den ersten Reaktionen auf seinen ehrgeizigen Plan. Trotz dieser ersten Zweifel konnte der Rüdesheimer Platz am Freitag eröffnet werden. „Das konnte nur funktionieren, weil alle an einem Strang gezogen haben“, lobte Heinz. Bürgermeister Dr. Uwe Friedl erklärte, der neue Platz sei mit dem, was sich vorher an dieser Stelle befand, nicht zu vergleichen.

„Der Eindruck war vorher desolat“, so Friedl. Er sei zuversichtlich, dass man die Probleme, die es aktuell noch mit dem Pflaster vorliegen, beheben könne.

Heinz und Friedl drückten die Hoffnung aus, dass der Platz von der Euskirchener Bevölkerung frequentiert wird. Die Euskirchener Bürger müssten den Platz für sich in Beschlag nehmen, so der Planer.

Als Symbol der Völkerverständigung und des multikulturellen Gedankens wurde auf dem Platz der „Engel der Kulturen“ eingelassen. Damit wurde eine Aktion abgeschlossen, die auf dem Fest der Religionen im vergangenen Sommer begonnen hatte. Die Künstler Gregor Merten und Carmen Dietrich rollten den Engel der Kulturen damals durch die Stadt und hinterließen mehrere Symbole aus Kies. Die abschließende Installation der Intarsie musste verschoben werden, weil der Platz noch nicht fertiggestellt war. Vor Ort wurde nicht nur der Engel im Boden verankert, es wurde auch aus einer runden Stahlplatte der Engel für die nächste Stadt herausgeschweißt.

Dabei legten Vertreter der verschiedenen Euskirchener Gemeinden Hand an und halfen mit. Während der Euskirchener Engel aus Coburg kam, wird der hier geschaffene Engel vor dem Landtag in Düsseldorf platziert. Danach, und darauf sind Merten und Dietrich besonders stolz, wird ein Engel auf der Kölner Keupstraße beim Gedenken an die Opfer des Nagelbombenanschlags verlegt. In die Kreisstadt geladen worden waren die Künstler vom Arbeitskreis Christen und Muslime in Euskirchen, die ein Symbol für das friedvolle Zusammenleben der verschiedenen Kulturen und Religionen setzen wollen. „Wir wollen Barrieren überwinden und Gemeinsamkeiten finden“, so betonte Ralf Sawatzki für den Arbeitskreis. (tn)