26.09.2016
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Kölner Stadt-Anzeiger | Fundsachenversteigerung: Ein Fest für Schnäppchenjäger
17. May 2013
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Fundsachenversteigerung: Ein Fest für Schnäppchenjäger

45 Fahrräder gehörten zu den besonders beliebten Objekten bei der Fundsachen-Auktion am Donnerstag im Alten Rathaus.

45 Fahrräder gehörten zu den besonders beliebten Objekten bei der Fundsachen-Auktion am Donnerstag im Alten Rathaus.

Foto:

Ackermann

Euskirchen -

"Handy nur ein Euro!" Wer sich hier auf dem Schwarzmarkt wähnt, liegt ganz falsch. Bei der Versteigerung der Fundsachen am Donnerstag im Alten Rathaus kamen Handys, Fahrräder, Schmuck und sogar Autozubehör für wenige Euros unter den Hammer.

Sowohl Handys als auch Fahrräder und Taschen voller fabrikneuer Kleidungsstücke wechselten schon ab einem Euro den Besitzer. Das teuerste Handy, ein grau-schwarzes Nokia 5230, bekam für 15 Euro den Zuschlag.

Wundertüten voller Fundsachen

Ein anderes Schicksal erleiden derweil die gefundenen Smartphones. Während persönliche Daten in normalen Handys einfach durch das Entnehmen der SIM-Karte beseitigt werden können, müssen Smartphones zu diesem Zweck auf die Werkseinstellung zurückgesetzt werden. Ist das für die Mitarbeiter der Stadt bei passwortgeschützten Smartphones nicht möglich, landen sie anstatt bei der Versteigerung in der Mülltonne.

Ellen Nauta, Sachbearbeiterin im Fachbereich Recht und Ordnung bei der Stadt Euskirchen, wundert sich, wie viele Dinge zwar abgegeben aber nicht nachgefragt werden. Zwei große Kisten voller Schlüssel gehören zu den Fundsachen, darunter auch Tresor- und Schließfachschlüssel, die nach einem Jahr Aufbewahrungszeit entsorgt werden. Ein- bis zweimal im Jahr werden die brauchbaren Sachen versteigert.

Dazu werden häufig verschiedene Dinge zusammengepackt. Taschen mit Schuhen oder Sportsachen in passenden Größen und kleine Wundertüten mit Damen- oder Herrenschmuck, zum Teil sogar aus echtem Gold und Silber. Alle Fundsachen sind penibel aufgelistet, sodass jeder der potenziellen Bieter sich ein genaues Bild von den Auktionsobjekten machen kann. Eine halbe Stunde vor Auktionsbeginn werden die Schätze außerdem zur näheren Betrachtung ausgelegt.

"Kurioser Weise finden wir viele Fahrräder ohne Sattel"
Edeltraud Sistig, Stadt Euskirchen

Neben den Fundsachen findet sich unter den Auktionsobjekten auch von der Polizei beschlagnahmte Hehlerware oder Beutestücke aus Diebstählen, die keinem Eigentümer zugeordnet werden können. So wurden am Donnerstag auch allerlei Kuriositäten versteigert, unter anderem neue Stoßdämpfer und Federn fürs Auto, eine originalverpackte DVD "Die Friseuse" oder eine alte Wanduhr.

Eine Reisetasche mit zwölf Damenjacken und -oberteilen sowie neun anhand des Preisschilds erkennbar neuen Marken-BHs ging für nur einen Euro weg. Eine Sporttasche mit neun Paar Damenschuhen, ebenfalls ungebraucht, wechselte für fünf Euro den Besitzer.

Besonders begehrt sind in jedem Jahr die Fahrräder. Mit 45 Zweirädern würden dieses Jahr verhältnismäßig viele versteigert, erklärt Edeltraud Sistig von der Stadt Euskirchen. "Kurioser Weise finden wir viele Fahrräder ohne Sattel", erzählt sie.

Viele der Fahrräder werden versteigert, nachdem aufmerksame Bürger gemeldet haben, dass das Rad schon seit mehreren Tagen an der gleichen Stelle angekettet ist. Ein halbes Jahr lang können die Eigentümer ihre Fahrräder wieder zurückholen, allerdings nur mit entsprechendem Nachweis wie dem Fahrradpass, einem Foto oder der Rahmennummer. Ab einem Euro waren die Fahrräder in allen Farben, Formen und Größen am Montag zu haben.


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