30.07.2016
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Schüler der Euskirchener Tanzschule „CO-LEG“: Durch bunte Tagträume getanzt

Auf der Bühne des Euskirchener Stadttheaters demonstrierten diese junge Tanzschüler und -schülerinnen, dass sie sich auch für klassisches Ballett begeistern können.

Auf der Bühne des Euskirchener Stadttheaters demonstrierten diese junge Tanzschüler und -schülerinnen, dass sie sich auch für klassisches Ballett begeistern können.

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Steffi Tucholke

Euskirchen -

Traum, Tanz, Theater. Bei der Aufführung der Tanzschule „CO-LEG“ am Samstag im Stadttheater Euskirchen konnten die Zuschauer in eine Welt aus Märchen und Illusion abtauchen.

120 Schülerinnen und Schüler zwischen dreieinhalb und 21 Jahren standen während der vierstündigen Produktion auf der Bühne. In „One Day“ begleiteten sie ein junges Mädchen (dargestellt von der 13-jährigen Sarah Wagner) durch ihren Traum.

Die Aufführung unterteilte sich in bunt-fröhliche Tagträume und melancholisch-düstere Traumwelten zur Nachtzeit.

Da traf man auf einen Froschkönig zwischen Seerosen, auf rappende Straßengangster in Kapuzenshirts, Cowgirls mit pailettenbesetzten Hüten und allerlei Fantasiegestalten.

13 Tanzgruppen

„Ich möchte dem Publikum nicht vorschreiben, was es zu denken hat. Ich möchte viel lieber die Fantasie anregen“, erklärt Robert Maytas. Der Leiter der Tanzschule zeichnete für gut die Hälfte der rund 50 Choreographien verantwortlich.

Die andere Hälfte stammt aus der Feder seiner vier Tanzlehrer Laurence Voumard, Tania Czayka, Waldek und Margaret Macaulay-Thiel.

Mit insgesamt 13 Tanzgruppen waren alle Stilrichtungen vom klassischen Ballett über Hip Hop und Jazz bis zum Modern Dance vertreten. Acht Monate Vorbereitungszeit hatten die Tänzer in die Aufführung gesteckt.

Die Ausstattung umfasste 1000 Kleider aus 500 Metern Tüll und 35000 Metern Garn sowie 300 Kostümaccessoires, gestaltet von der Kostümbildnerin Kerstin Probst.

Vorführung am Holzpferd

Es war die dritte Aufführung für die vor vier Jahren gegründete Tanzschule. Zum ersten Mal waren mit der Voltigier- und Reitschule „Hirschhof“ aus Maulbach auch Gäste mit dabei.

„Sie sind eine Bereicherung für die Aufführung und verkörpern genau die Illusion, die wir weitergeben möchten“, so Maytas. Die Vorführung am Holzpferd zeugte dann auch von einer enormen Körperbeherrschung und fügte sich nahtlos in die Tanzszenen ein.

Die einzelnen Traumsequenzen reichten von Bildern der Realität bis zu Verzerrungen der Fantasie. Die Hip Hopper schienen wie ein Flashmob direkt von der Straße geholt, während die scheinbar Untoten mit zerrissenen Hemden hoffentlich nur ein „Albtraum“ waren.

Als Gegenpol eroberten die kleinen Kinder aus der Tänzerischen Früherziehung die Bühne, mal als rosafarbene Schmetterlinge, dann als erwachende Frühlingsblumen mit Blütenbändern auf dem Kopf oder als fantastische Käfer mit nachtblauen Glitzerflügeln. Gelungene Stilbrüche waren etwa die Mischung aus klassischem Ballett und Hip Hop. Herausragend war eine musikalisch an Zirkus erinnernde Nummer, die in Kostüm und Darstellung so überzeichnet war, dass sie zu einem fesselnden Zerrbild wurde.

Durch alle Szenen führte das träumende Mädchen, immer mittendrin, sich in jeden Tanz und in jede Gruppe einfindend.

„Es ist eine große Herausforderung, alle Stilrichtungen zu tanzen, und Sarah hat sie mit Bravour bewältigt“, erzählt Robert Maytas stolz. Deshalb hätte er neben Eltern und Verwandten der Tanzschüler gerne noch mehr Zuschauer in der Aufführung gehabt.