31.07.2016
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THW: Wasser aus der Erft trinkbar gemacht

Durch die Zugabe von Eisen 3 Chlorid und die Filterung mit Aktivkohle entsteht sauberes Trinkwasser.

Durch die Zugabe von Eisen 3 Chlorid und die Filterung mit Aktivkohle entsteht sauberes Trinkwasser.

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Cedric Arndt

Euskirchen -

Trinkwasser ist in Krisengebieten meistens Mangelware. Ob nach einem Erdbeben, Tsunami oder anderen Katastrophen ist sehr oft schnelle Hilfe gefragt. Eine der Organisationen die sich speziell auf die Beschaffung von sauberem Wasser spezialisiert hat, ist die „Schnell-Einsatz-Einheit Wasser Ausland“ (SEEWA) der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW). Unter anderem war die SEEWA im Jahr 2010 nach den schweren Erdbeben in Haiti im Einsatz und übernahm dort die Erstversorgung mit der lebenswichtigen Flüssigkeit.

Um die Einsatzfähigkeit dieser Einheit zu gewährleisten, werden in regelmäßigen Abständen Trainingswochenenden für die THW-Trinkwasserspezialisten veranstaltet. Am Wochenende fand eine solche Übung erstmalig in den Euskirchener Erftauen statt.

Ehrenamtliche Helfer

Das Personal bei solchen Einsätzen wird von freiwilligen und ehrenamtlich tätigen Helferinnen und Helfern des THW gestellt, von denen sich insgesamt 30 am Samstagvormittag versammelt hatten, um sich über die Handhabung und die Wirkungsweise einer Wasseraufbereitungsanlage auf dem Laufenden zu halten.
„Der praktische Umgang mit den Gerätschaften ist für den Ernstfall unerlässlich“, erklärte der Teamleiter der SEEWA-Mitte Burkhard Aehlich.
Nach rund vier Stunden, die der Aufbau in Anspruch nahm, begannen die Übungsteilnehmer damit, das Erftwasser in wenigen Schritten in sauberes Trinkwasser umzuwandeln.

„Nachdem wir das Wasser in die 8000 Liter fassenden Tanks gepumpt haben, geben wir Eisen-III-Chlorid hinzu“, so Burkhard Aehlich. „Dieser Stoff sorgt dafür, dass die groben Verunreinigungen im Wasser verklumpen und sich auf dem Boden der Tanks absetzen.“ Dieses vorgereinigte Wasser wird durch einen Aktivkohlefilter gepresst und zuletzt durch Chlorisierung trinkbar gemacht. 30 Stunden lang blieb die Anlage in Betrieb und wandelte in dieser Zeit, bei einer Kapazität von 6000 Litern in der Stunde, rund 180 000 Liter Wasser der Erft in sauberes Trinkwasser.

Baugleiche Maschinen werden vom THW zentral aufbewahrt, um im Falle einer Naturkatastrophe jederzeit und schnellstmöglich einsatzbereit zu sein. Erklärtes Ziel der SEEWA ist es, nach dem Erhalt eines Notrufes innerhalb von nur sechs Stunden mit kompletter Ausrüstung in das entsprechende Land abzureisen. Wie Burkhard Aehlich berichtete, besteht die SEEWA aus insgesamt 15 Teams, von denen zu jeder Zeit des Jahres eines auf Abruf bereit steht. „Sobald ein Notruf eingeht, sind die Koffer bereits gepackt und es kommt zu keinerlei Verzögerung.“ Alle weiteren Informationen zur Arbeit des THW und der SEEWA gibt es im Internet.

www.thw-euskirchen.de