24.08.2016
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Geplantes Pumpspeicherwerk am Rursee: Vorwürfe gegen Minister Remmel

Das geplante Pumpspeicherkraftwerk am Rursee sorgt weiter für Trubel.

Das geplante Pumpspeicherkraftwerk am Rursee sorgt weiter für Trubel.

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Archiv

Heimbach -

Die Debatte um das geplante Pumpspeicherkraftwerk am Rursee geht weiter. Jetzt hat die Bürgerinitiative (BI) „Rettet den Rursee“ einen offenen Brief an den nordrhein-westfälischen Umweltminister Johannes Remmel geschrieben. Sie wirft ihm vor, er wolle den Regionalrat beeinflussen.

„Inkonsequent“

In dem Schreiben drückt die BI ihre Verwunderung über ein Treffen aus, zu dem der Minister die Fraktionsvorsitzenden des Regionalrats des Regierungsbezirks Köln am 24. Mai nach Düsseldorf gebeten hatte.

Die Initiative kritisiert das Treffen scharf. Sie wirft dem Minister, der das geplante Pumpspeicherwerk am Rursee befürwortet, Inkonsequenz vor.

Entscheidung am 5. Juli

Remmel habe während einer Fragestunde im Landtag am 21. März gegenüber dem Landtagsabgeordneten Rolf Beu (Bündnis 90/Die Grünen) den Satz geäußert: „Sie werden verstehen, dass ich mich als Vertreter der Landesregierung nicht in die Angelegenheiten des Regionalrats Köln einmische.“ Die BI schreibt dazu jetzt in ihrem Brief an den Minister: „Die Diskrepanz zwischen Ihren Aussagen und Ihren Handlungen lässt für uns nur den Schluss zu, dass Sie versuchen, die Entscheidung des Regionalrates in Ihrem Sinne zu beeinflussen.“

1,2 Milliarden Euro Investitionsvolumen

Der Hintergrund: Am 15. März hatte der Regionalrat die Entscheidung vertagt, einen Obersee zwischen Schmidt und Strauch zu genehmigen. Diesen See anzulegen wäre die Voraussetzung für den Bau des Pumpspeicherkraftwerks am Rursee. Die Firma Trianel, ein Verband von 60 deutschen und niederländischen Stadtwerken, plant, dort Strom zu gewinnen.

Nach derzeitiger Planung sollen rund 1,2 Milliarden Euro in das Projekt investiert werden.

Am 5. Juli wird sich der Regionalrat in Köln noch einmal mit dem Thema befassen.

Dann wird aller Voraussicht nach entschieden, ob der Obersee angelegt werden darf. Dem Gewässer würden rund 81 Hektar Wald und Wiesen zum Opfer fallen.