29.07.2016
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Brauchtum: Die Maipaare werden ausgerufen

Neuer Vorsitzender der Junggesellen und Verfügungsberechtigter über den Aktenkoffer mit der Geheimliste ist Bastian Pütz.

Neuer Vorsitzender der Junggesellen und Verfügungsberechtigter über den Aktenkoffer mit der Geheimliste ist Bastian Pütz.

Foto:

Reiner Züll

Kall -

Sie treffen sich seit ein paar Wochen wieder hinter verschlossener Tür im Saal der Gaststätte Gier, um rund 400 Kaller Jungen und Mädchen als Maipaare zusammen zu stellen, die am Vorabend des Maifeiertags öffentlich ausgerufen werden. Ein Brauch, den es in Kall seit vielen Jahrzehnten gibt und um dessen weiteren Erhalt sich die Junggesellen des Kaller Maigeloogs bemühen.

Viele opfern in der Woche vor der Maifeier ihren Urlaub für die Vorbereitungen. In diesem Jahr haben die Geloogsjungen mit dem neuen Ortsvorsteher Guido Keutgen einen weiteren Mitstreiter gefunden, der den jugendlichen Brauchtumspflegern mit Rat und Tat zur Seite steht.

Geheime Sitzungen

Zum Start der Maifeier-Vorbereitungen wurden Anfang des Jahres Bastian Pütz zum neuen „Hötjong“ (Vorsitzender) und Jens Hecker zum Stellvertreter des Maigeloogs gewählt. Dann ging es daran, unverheiratete Kaller Jungen ab 18 und Mädchen ab 16 Jahren ausfindig zu machen. In geheimen Sitzungen werden diese Personen zu Maipaaren verkuppelt.

Bei der Zusammenstellung der Liste ist das Geloog traditionsgemäß bestechlich. Gegen eine Kiste Bier oder eine Flasche Jägermeister kann ein Jungmann mit den Geloogsjungen ausmachen, dass er am Vorabend des Maitages vom Felsen an der Gemünder Straße aus mit der Dame seiner Wahl ausgerufen wird. Seit ein paar Tagen ist die „heiße Phase“ der Mai-Vorbereitungen im Gange. Mit Ortsvorsteher Keutgen haben die Junggesellen bereits im Wald einen großen Dorf-Maibaum ausgesucht, der am 25. April von dem für Kall zuständigen Förster gefällt wird.

Aus Sicherheitsgründen dürfen die Jungen den Baum nicht mehr selbst fällen. Und auch das Entasten des Mega-Baumes dürfen nur Leute mit einem Kettensägen-Schein vornehmen. In den Reihen des Geloogs haben mehrere Jugendliche diesen Schein.
Um das Treiben auf dem Maiplatz neben dem Hallenbad in geordnete Bahnen zu lenken, hat das Geloog eine Vereinbarung mit der Gemeinde getroffen und auch die Anlieger über die Tätigkeiten rund um den Maibaum informiert. Im Anschreiben hat das Geloog auf eine Handynummer hingewiesen, die bei eventuellen Störungen kontaktiert werden kann. Auch Ortsvorsteher Keutgen hat sich angeboten, bei Problemen oder Fragen als Ansprechpartner zur Verfügung zu stehen und Missverständnisse auszuräumen.

Keutgen, der lange Jahre selbst Mitglied des Maigeloogs war, hat die Kaller Bevölkerung aufgerufen, die Junggesellen bei der Organisation und Durchführung der Maifeierlichkeiten durch ihren Besuch zu unterstützen. „Ich wünsche mir, dass viele Kaller in der Mainacht zum Feuer und am Maifeiertag zum Umzug und zum Maiball kommen“, so der Ortsvorsteher.