29.07.2016
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Kunst: HA Schult plauderte über seine Werke

HA Schult

HA Schult signierte im Anschluss an die besondere Schulstunde ein Buch über seine Arbeiten für die Schulbibliothek.

Foto:

Gudrun Klinkhammer

Kall-Steinfeld -

Neuland betrat am Donnerstagmorgen der berühmte Objektkünstler HA Schult. Sein Freund, der Kaller Mäzen Helmut Lanio, hatte Schult in die Eifel nach Steinfeld gelotst, damit er am Hermann-Josef-Kolleg mit den Jugendlichen zweier Schulklassen zusammentreffen konnte.

Unter der Leitung von Lehrerin Malagorzata Chyrzynska hatten die Gymnasiasten der 9a und 9b in den vergangenen Wochen aus Abfall „Trash Art“ produziert. Die Themen lauteten „Müll lebt – lebt Müll? Die Seele des Mülls“ und „Verschmutzte Welt, verstopfter Geist“. Natürlich wurden auch die Werke des 74-jährigen HA Schult in diesem Zusammenhang thematisiert. Dabei kamen Fragen auf, die der Künstler bereitwillig beantwortete.

Leger in Jeans und Sweatshirt

HA Schult spazierte mit einem kleinen Köfferchen ausgestattet und leger in Jeans und Sweatshirt gekleidet in den Klassenraum, machte es sich auf einem der bereitgestellten Holzstühle bequem und berichtete den Kids, wie er zur Kunst gekommen war und was ihn antrieb: „Ich wollte Bilder machen, die in den Köpfen der Menschen hängenbleiben.“

Damals, vor 40 Jahren, seien die Menschen noch nicht so aufgeweckt wie heute gewesen. Über Umweltverschmutzung hätte man noch nicht großartig nachgedacht. HA Schult lobte die Werke, die die Schüler des Hermann-Josef-Kollegs in den vergangenen Monaten geschaffen hatten.

Malagorzata Chyrzynska zeigte im Anschluss ihren Schülerinnen und Schülern Bilder von HA Schult-Werken, die Geschichte geschrieben haben. Zu jedem Werk wusste der Künstler etwas zu erzählen. So berichtete er, wie er 1996 die Trash People in Xanten aufgebaut hatte und sich dann wunderte, dass die Menschen so großes Interesse daran zeigten. Inzwischen gibt es 2000 Trash People. 1000 davon sind ständig unterwegs und waren bereits in Moskau, Brüssel, an der Chinesischen Mauer, in Kairo und Gizeh zu sehen. Die anderen 1000 sind dauerhaft installiert. Verschickt werden die 1,80 Meter hohen Müllfiguren in Containern. Schult: „Wie Asylanten, die Trash People sind ja auch Asylanten.“

Goldenes Flügelauto

HA Schult ging auch auf sein goldenes Flügelauto ein, das seit 20 Jahren eigentlich auf dem Dach des Kölnischen Stadtmuseums zu finden ist, derzeit aber von Azubis der Firma Ford in Köln aufgearbeitet wird.

Immer wieder kam Schult von der Kunst zur Philosophie, dabei gab er Sätze wie „Die Freiheit einer Gesellschaft ist so groß wie die, die sie ihrer Kunst gibt“ zum Besten.


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