28.07.2016
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Wirtschaft: Auf Jobexpedition in der Eifel

Jörg Laumann

Die Studenten der Fachhochschule Aachen und ihr Professor Jörg Laumann (vordere Reihe, 2.von links) wurden zunächst im Besprechungssaal der Firma Müller & Sohn begrüßt.

Foto:

Gudrun Klinkhammer

Kall -

Eine Premiere fand am Mittwochmorgen im Kreis Euskirchen statt. Zum ersten Mal war mit der Firma „Müller & Sohn Stahlbau“ ein Betrieb im hiesigen Kreis Ziel einer „Jobexpedition“. Weitere Betriebe sollen im Rahmen einer ganzen Veranstaltungsreihe folgen. 19 Studenten der Fachhochschule (FH) Aachen und deren Professor Jörg Laumann reisten in einem Bus nach Kall, um sich im Firmengebäude von „Müller & Sohn“ ein Bild von diversen Unternehmen im Kreis Euskirchen und der angrenzenden Region machen zu können.

Bei der Jobexpedition handelt es sich um eine Aktion, die vom Wirtschaftsförderungsprojekt „TeTRRA“ („Technologie Transfer & Recruting in Rural Areas“), von der Technik-Agentur Euskirchen (TAE) und von der FH Aachen ausgeht. Maria Breuer, Leiterin des Berufsbildungszentrum Euskirchen (BZE), war ebenfalls in Kall zugegen. Sie sagt: „Uns geht es vor allem darum, dass im ländlichen Raum das Wissen nicht abwandert und stattdessen Fachleute zuwandern.“

Kooperation erwünscht

Immerhin stammten zwei der 19 anwesenden Studenten aus der Eifel, einer aus Lammersdorf und einer aus Hellenthal. Bevor die Gäste durch die große Werkshalle der Firma Müller & Sohn in Kall im Industriegebiet II geführt wurden, stellten ihnen verschiedene Geschäftsführer Betriebe der Eifel vor, die sich 2012 zur Gruppe „Steel-in-Motion“ (übersetzt: „Stahl in Bewegung“) zusammengefunden haben. Auf diese Weise sollen die Studenten auf die einzelnen Betriebe aufmerksam gemacht werden. Breuer: „Es wäre schön, wenn die ein oder andere Studienarbeit in Kooperation mit den hiesigen Firmen entstehen würde, die von der Jobexpedition ansteuert werden.“

Geschäftsführer der Gruppe „Steel-In-Motion“ ist Udo Adriany, der Sitz der Firma befindet sich in Euskirchen. Zu diesem Zusammenschluss gehören die drei selbstständig agierenden Unternehmen „ID Ingenieure & Dienstleistungen GmbH“, „Heinen Automation GmbH & Co. KG“ und eben „Müller & Sohn Stahlbau“.

Diese innovativ arbeitenden Unternehmen sind immer wieder auf der Suche nach Technologiepartnern und Maschinenbauern für die Bereiche Konzeption, Konstruktion, Produktion und Inbetriebnahme von Anlagen, Geräten, Prototypen und Sondermaschinen. Auch Schweißkonstruktionen, Stahl- und Blechkonstruktionen von mehreren Tonnen Gewicht pro Stück stehen auf der Tagesordnung und erfordern großes Fachwissen.

Mittelstand und Großkonzerne

Geschäftsführer der „ID Ingenieure & Dienstleistungen GmbH“ ist Michael Gottschalk. Sein 1998 gegründeter Betrieb sitzt im neuen Technologiezentrum „Tuchfabrik“ in Euskirchen. Zum Kundenkreis zählen mittelständische Unternehmen, aber auch internationale Großkonzerne.

„Heinen Automation“ wird von Kurt Heinen geleitet, der Sitz des 1999 gegründeten Ingenieurbüros ist Monschau. Zum Spezialgebiet zählen die Programmierung und Inbetriebnahme von Wärmebehandlungsanlagen weltweit. Zur Kundschaft gehören Unternehmen wie BMW, Siemens, Continental, Saint-Gobain und Otto Junker.

„Stahlbau Müller & Sohn“ beschäftigt aktuell 60 Fachkräfte. 1848 wurde die Firma gegründet, heute wird sie bereits in fünfter Generation geführt. Geschäftsleiter sind Thomas und Josef Müller. Bedienbühnen aus Edelstahl etwa für die Inbetriebnahme in der Pharma-, Lebensmittel- und Chemieindustrie stehen in erster Linie auf dem Projektplan. Immer wieder aber macht die Kaller Firma Müller & Sohn auch durch Zierelemente von sich reden. Aktuell werden wunderschöne Dachhauben für die Wuppertaler Schwebebahn in der großen Werkshalle in Kall in feinster Handarbeit gefertigt. Josef Müller: „Diese Dächer sollen hundert Jahre und mehr halten.“


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