31.05.2016
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Massive Probleme auf der Eifelstrecke: 7083 Minuten Verspätung seit Mitte Dezember

Die neuen Züge bereiten den Kunden eher Probleme auf der Eifelstrecke.

Die neuen Züge bereiten den Kunden eher Probleme auf der Eifelstrecke.

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Manfred Reinnarth

Kreis Euskirchen -

Die Facebook-Seite „Eifelpendler“ auf der sich die Pendler, die aus der Region mit dem Zug Richtung Köln oder Bonn unterwegs sind, vernetzen, erlebt regen Zulauf. Waren es vor gut zwei Wochen noch knapp 20 Mitglieder, so ist die Zahl mittlerweile auf 329 angestiegen. Grund dafür sind die massiven Probleme, die sich seit der Einführung des neuen Lint-Zuges ergeben haben. Verspätungen, Ausfälle, Platzmangel - die Klagen der Pendler nehmen kein Ende. Und obwohl die Bahn angekündigt hatte, die Probleme bis zum neuen Jahr in den Griff zu kriegen, stellen sich bisher wenig Verbesserungen ein. Gaby Cremer, die Gründerin der Facebook-Gruppe, hat nun mit einigen Leidensgenossen angefangen Buch zu führen über die Verspätungen und Ausfälle. Die Excel-Liste, die am 15. Dezember beginnt und aktuell geführt ist, verdeutlicht, wie massiv die Probleme sind. Die betroffenen Pendler haben auf den Strecken Trier-Köln und Bonn-Euskirchen insgesamt bisher 7083 Minuten Verspätung festgehalten - umgerechnet sind das 4,9 Tage Verzögerungen. Dazu wurden 67 Ausfälle und 26 Teilausfälle festgestellt. Laut der Liste von Gaby Cremer fielen allein am Nachmittag des 29. Dezember zehn Züge zwischen Euskirchen und Bonn aus.

Interessant klingen indes die Anekdoten, die die Pendler zur Kommunikation mit der Bahn gesammelt haben. So gibt es eine App der Bahn, die eigentlich anzeigen soll, wo sich die Züge gerade befinden und wie groß die Verspätung gerade ist. Da diese Informationen sich oft gar nicht mit der Realität deckten und Züge, die laut App schon lange in Euskirchen sein müssten, noch irgendwo auf der Strecke fest hingen, stellte ein Betroffener die Anfrage, ob die Zeiten in der App überhaupt mit der Realität zu tun hätten. Die Antwort der Bahn sei gewesen: „Fiktiv ist der in der App dargestellte Fahrtverlauf nicht gänzlich.“

Man habe erklärt, der Standpunkt des Zuges würde hochgerechnet anhand des Zeitpunktes wann der Zug bestimmte Sensoren passiert. Leider lägen diese Sensoren aber so weit voneinander entfernt, dass die resultierenden Angaben wenig mit der Realität zu tun hätten.

Das Vertrauen in den eigenen Service scheint auch nicht ganz gegeben zu sein. Das jedenfalls lässt die Antwort vermuten, die ein Fahrgast bekam, der seit längerem auf einen Zug wartete. Eine Bahn war bereits ausgefallen, die zweite hatte starke Verspätung. Auf die Frage, wie wahrscheinlich es denn wäre, dass noch ein Zug käme, bekam er zu hören: „Wahrscheinlichkeitsrechnung war nicht so mein Spezialgebiet. Wenn Sie die Möglichkeit haben, mit einem Pkw zu fahren, würde ich Ihnen dies nahelegen.“

Für die betroffenen Pendler bedeuten die Probleme mit den Zügen echte Einschränkungen im Berufsleben. „Manche von uns wissen nicht mehr, wie sie ihre Arbeitsstunden zusammen kriegen sollen, weil sie zum Teil drei Stunden am Tag im Zug verbringen“, klagte Cremer. Um ihren Standpunkt zu verdeutlichen, haben die Pendler 170 Unterschriften gesammelt, ein Schreiben verfasst und an den Nahverkehr Rheinland, den Kreis Euskirchen und den Landtag NRW gesandt. Außerdem will man sich in der kommenden Woche zusammensetzen und weitere Schritte diskutieren.