24.07.2016
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Ehrenamt: Viel Geld und Arbeit investiert

Schießhalle

Bauleiter Hans-Josef Müller (rechts) ist stolz auf die große, neue Schießhalle im Schützenhaus.

Foto:

Reiner Züll

Mechernich-Kommern -

Fleißige Handwerker bestimmen seit längerer Zeit an den Wochenenden das Geschehen am Vereinsheim der Kommerner St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft. Dort an der Schützenstraße gehen die Um- und Anbauarbeiten, die mit erheblichen Eigenleistungen der Mitglieder realisiert werden, langsam dem Ende entgegen. Bauleiter ist der Diplom-Ingenieur Hans Josef Müller, selbst Mitglied der Kommerner Bruderschaft. Müller ist aktiver Sportschütze und kann auf mehrere Bundessiege verweisen.

Nicht ohne Stolz stellten die fleißigen Schützenmitglieder dieser Tage die derzeitige Situation an der Baustelle vor. Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick war begeistert von dem Engagement der Bruderschaft. Er sprach von einem wichtigen Meilenstein zur Schaffung optimaler Trainings- und Wettbewerbsbedingungen. „Auch viele Jugendliche werden davon profitieren“, orakelte Dr. Schick. In der Tat, so bestätigte Schützenchef Dr. Hans Fuhs, verzeichne die Abteilung der Bogenschützen einen regen Zulauf junger Leute.

400.000 Euro

Um ihr Schützenhaus zu sanieren und einen Schießstand ganz neu zu bauen, haben die Vereinsmitglieder viel Geld in die Hand genommen. „Seit Baubeginn im Jahr 2007 sind allein 400.000 Euro Bargeld in das Projekt geflossen“, berichtet Bauleiter Hans-Josef Müller, der auch die Planung für die Erweiterung erstellt hat. Die gleiche Summe mache der Wert der bisherigen Eigenleistungen der Mitglieder aus. Verlässliche Bauhelfer seien die Männer der „Rentnerband“, die auch wochentags an der Baustelle aktiv sei.

Die Realisierung des umfangreiches Projektes sei nur durch die vielen Eigenleistungen der Schützen sowie durch den Verkauf von Grundstücken möglich geworden, berichteten Hans-Josef Müller und Pastor Professor Dr. Hans Fuhs. Außerdem habe man mit dem RWE auf Initiative des ehemaligen RWE-Mitarbeiters Karl-Günter Fuß einen spendablen Partner gefunden. Innerhalb der Aktion „RWE - aktiv vor Ort“ habe der Energieriese die Sanierung der sanitären Anlagen und Elektroinstallation teilweise finanziert.

In den letzten Jahren und Monaten ist die gesamte Infrastruktur wie Kanal, Gas- und Wasserversorgung, Telefon und Strom komplett erneuert worden. Um Platz für neue Anlagen zu schaffen, waren marode Gebäudeteile abgerissen worden. Das Vereinsheim und die Nebenanlagen sowie auch die Anlage für das Schießen mit Druckluftwaffen haben die Sebastianus-Schützen von Grund auf saniert. Der Versammlungsraum erstrahlt in völlig neuem Glanz.

Herzstück des neu gestalteten Schützenhauses ist eine ganz neue Schießanlage für Bogen- und Kurzwaffendisziplinen. Wände und Decke der 42,50 Meter langen und 8,80 Meter breiten Anlage sind aus 30 Zentimeter dickem Beton gegossen, so dass kein Ton nach draußen dringt.

Die Planung dieser Raumschießanlage war mit vielen Formalien verbunden. Bauleiter Hans-Josef Müller: „Gespräche mit dem Bürgermeister und den zuständigen städtischen Abteilungen, mit Schießstandsachverständigen oder auch mit Lüftungs- und Schallschutztechnikern waren eine zweitaufwendige und nervenaufreibende Freizeitbeschäftigung“.

Sandschüttung

Viel Zeit war erforderlich für das Einholen von Angeboten, für Preisvergleiche und Auftragsvergaben. Als Kugelfang in der neuen Schießhalle entschied sich Müller aus Kostengründen für eine Sandschüttung. Die erfordere zwar einen größeren Raumbedarf, sei aber finanziell günstiger. Ein Lamellenkugelfang koste rund 50 000 Euro, ein Schneckenkugelfang koste für jede der fünf Bahnen 2.800 Euro, also insgesamt 14.000 Euro. Müller. „Das ist für uns nicht bezahlbar“.

Im Herbst soll nun in der Schießhalle, die im Rohbau fertiggestellt ist, Richtfest gefeiert werden. Danach soll die Anlage so ausgebaut werden, dass zuerst Bogensport und das Schießen mit Druckluftgewehren möglich wird. Später wird, je nach der finanziellen Lage, der Ausbau für Pistolenschießen erfolgen.

Hans-Josef Müller hat auch bereits Pläne für einen weiteren Ausbau und die Mehrzwecknutzung des Schützenhauses sowie für den Einbau elektronischer Systeme an den Schießanlagen im Auge. Allerdings, so Müller. „Die Ausführungen müssen dann unsere Enkelkinder realisieren“.