29.06.2016
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Industrieruine in Buir: Ein Ortstermin ohne Wert?

In der ehemaligen Holzimprägnierfirma Ruhr fand am Donnerstag ein Ortstermin statt.

In der ehemaligen Holzimprägnierfirma Ruhr fand am Donnerstag ein Ortstermin statt.

Foto:

Stephan Everling

Nettersheim -

Immer noch beschäftigt die aufgelassene Liegenschaft der Holzimprägnierfirma Ruhr KG zwischen Schönau und Buir die Behörden. Denn neben den Fragen nach der Entsorgung der Altlast ist vor allem die Eigentumsfrage umstritten.

Auch hatte der Kreisvorsitzende des BUND, Volker Hoffmann, darauf hingewiesen, dass es immer noch möglich sei, in das Gebäude zu kommen, es also nicht ausreichend gesichert sei.

Viele Fragen offen

Um die vielen anstehenden Fragen im Zusammenhang mit der Industriebrache zu klären, fand nun auf Anweisung des Landesumweltministeriums am Donnerstagvormittag ein Ortstermin statt. Federführend war dabei die Bezirksregierung in Köln.

Neben Vertretern des Kreises, des Landesbetriebs Straßen.NRW und Nettersheims Bürgermeister Wilfried Pracht für die Gemeinde waren auch Hoffmann, der Grünen-Landtagsabgeordnete Hans Christian Markert, Nathalie Konias, Kreis-Sprecherin der Grünen, Franz-Josef Hilger von der Fraktion UNA Nettersheim und Anwohnerin Theresia Rolshoven dabei.

„Kein sachorientierter Termin“

Nach einer Begehung des Geländes begutachteten die Teilnehmer auch das Gebäude, das allerdings nicht zugänglich und gut gesichert war. Außerdem wurde der Verlauf des Baches, der unter dem Gelände fließt, inspiziert und das weitere Vorgehen besprochen. „Ein Ortstermin, bei dem die Sachen in Augenschein genommen werden und anschließend ein Bericht darüber verfasst wird“, so stellte es Markert als Jurist dar. Als „erfreulich“ und sachlich bezeichnete Volker Hoffmann das Treffen. Die Bezirksregierung sei gut vorbereitet gewesen.

Einen komplett gegenteiligen Eindruck hatte dagegen Bürgermeister Pracht. „Ich hatte einen Behördentermin beantragt und stand dort mit 25 Leuten“, sagte er dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. „Für mich war dies kein sachorientierter Termin, sondern ein politisch motivierter“, urteilte er. Wenn schon so viele Leute vor Ort seien, dann müssten auch alle Beteiligten eingeladen werden, wie zum Beispiel die Hundestaffel der Johanniter, die seit vielen Jahren in dem Gebäude trainiere.

„Ich kann mich nur auf den Ratsbeschluss beziehen, dass wir darauf dringen, die Eigentumsfrage zu klären“, fuhr Pracht fort. Doch darüber sei nicht geredet worden, neue Erkenntnisse habe es nicht gegeben.

„Das habe ich auch soeben in einer Stellungnahme an die Bezirksregierung geschrieben“, sagte Pracht, „dieser Termin war nicht zielführend.“


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