28.07.2016
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Pumpspeicherkraftwerk: Bedingungen an den Bau am Rursee

Das geplante Pumpspeicherkraftwerk am Rursee sorgt weiter für Trubel.

Das geplante Pumpspeicherkraftwerk am Rursee sorgt weiter für Trubel.

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Archiv

Heimbach/Rursee -

Marcus Seiler, Pressesprecher des Wasserverbands Eifel Rur (WVER), berichtet, dass der WVER an die Planungsfirma Trianel bezüglich des Pumpspeicherkraftwerks (PSW) am Rursee 14 Bedingungen formuliert hat, von denen bisher nur zwei konkret beantwortet worden seien.

Ein geotechnisches Gutachten liegt inzwischen vor, wie Seiler berichtet. Es wurde von der Firma Trianel in Auftrag gegeben und auch bezahlt, so der Pressesprecher des WVER. Die Begutachtung führte Professor Walter Wittke durch. Wittke ist Ingenieur für die Firma „Grund- und Felsbau“ mit Sitzen in Aachen und Stuttgart.

Staudamm hält Druck stand

Der Fachmann kommt in seiner Ausarbeitung zum einen zu dem Schluss, dass der Staudamm dem zu erwartenden Tidenhub von zwei Metern innerhalb von sechs Stunden standhält. Zum Zweiten müssen die Böschungsbereiche jedoch für voraussichtlich 50 Millionen Euro verstärkt werden.

Problematisch könnte auch die Aufwirbelung des Seebodens werden, wie Seiler sagt. Wird Phosphor herumgewirbelt, bilden sich Algen, die wiederum im Herbst vermodern und die Wasserqualität beeinträchtigen. Fraglich ist derzeit, wer für Schäden, die dadurch entstehen, haftbar gemacht werden kann.

„Werden die Pläne vom Regionalrat abgelehnt, dann wären die meisten Gutachten umsonst aufgestellt und bezahlt worden“
Marcus Seiler, Pressesprecher des Wasserverbands Eifel Rur

Der WVER zeigt ein gewisses Verständnis für die noch fehlenden Antworten der Firma Trianel, so Seiler. Seiler: „Werden die Pläne vom Regionalrat abgelehnt, dann wären die meisten Gutachten umsonst aufgestellt und bezahlt worden.“ Am Freitag, 5. Juli, wird der Regionalrat in Köln in einem zweiten Anlauf darüber zu entscheiden haben, ob zwischen Schmidt und Strauch ein für das PSW notwendiger Obersee erbaut werden darf oder nicht.
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Mit einer zustimmenden Entscheidung würde dem derzeit rund eine Milliarde Euro teuren Projekt der Weg weiter geebnet werden.

Im März vertagte das Gremium die Entscheidung, weil speziell Mitglieder der CDU Zweifel anmeldeten und Klärungsbedarf sahen. Das geotechnische Gutachten ist hier zu finden. (gkli)