26.09.2016
Aktuelle Nachrichten aus Köln und der ganzen Welt
Kölner Stadt-Anzeiger | Riesen-Kraftwerk: Mönche protestieren gegen Trianel
01. March 2013
http://www.ksta.de/4157888
©

Riesen-Kraftwerk: Mönche protestieren gegen Trianel

Wolfgang Nowak

Wolfgang Nowak, der seit fünf Jahren für die Betriebsleitung und die Verwaltung der Abtei verantwortlich ist, spricht sich klar gegen das am Rursee geplante Pumpspeicherkraftwerk aus.

Foto:

Gudrun Klinkhammer

Heimbach -

„Wo liegen die Listen aus?“ fragen Gäste, die nach Mariawald kommen. Es hat sich herumgesprochen, dass auch im Trappistenkloster nahe Heimbach gegen das geplante Pumpspeicherkraftwerk am Rursee mobilgemacht wird. An der Tür zur Buchhandlung hängt ein Plakat, das die Meinung der Mönche wiedergibt. Es trägt den Schriftzug: „Rettet den Rursee, stoppt Trianel“.

Unterschriftenlisten, auf denen Besucher durch ihr Signum gegen die Pläne der Firma Trianel votieren können, liegen sowohl in der Buchhandlung als auch im Vorraum zur Klostergaststätte aus. Wolfgang Nowak, der seit fünf Jahren für die Betriebsleitung und die Verwaltung der Abtei verantwortlich ist, sagte dazu: „Wir leben hier von den Wirtschaftsbetrieben und vom Tourismus. Wir sehen diese Pläne sehr kritisch.“

Auf soliden Füßen

Rund 100.000 Ausflügler besuchen Mariawald pro Jahr. Zehn Mönche und 25 Mitarbeiter halten den Betrieb aufrecht. Und das mit zunehmendem Erfolg. Wolfgang Nowak: „Vor sechs Jahren gab es hier finanzielle Turbulenzen, das Kloster war wirtschaftlich in eine Schieflage geraten.“ Inzwischen stehen die Wirtschaftsbetriebe wieder auf soliden Füßen. Es werden, unter anderem durch die Buchhandlung und die beliebte Klostergaststätte, wieder schwarze Zahlen geschrieben. Nowak: „Die Abtei zahlt an die Stadt Heimbach jetzt wieder zuverlässig Gewerbesteuer.“

Die Touristen kommen allerdings nicht allein wegen des Klosters in die Region, sondern besuchen auch den Rursee und andere Sehenswürdigkeiten der Umgebung.

Die Mönche von Mariawald fürchten, dass durch den Bau des derzeit mit 700 Millionen Euro veranschlagten Pumpspeicherkraftwerks vom Stadtwerke-Zusammenschluss Trianel viele Touristen abgeschreckt werden, was sich wiederum negativ auf die Finanzen des Klosters auswirken würde.

Die nach dem Bau befürchteten Schwankungen des Seewasserspiegels von zwei Metern in sechs Stunden könnten der Schifffahrt auf der Talsperre sehr zu schaffen machen. Nowak: „Abt Josef Vollberg und die Mönche und Mitarbeiter von Mariawald haben auch auf der Liste gegen des geplante Pumpspeicherkraftwerk unterschrieben.“

Die Argumente der Firma Trianel für den Bau eines derart gigantischen Pumpspeicherkraftwerks nennt Nowak „sehr schwach“. Diese überzeugten ihn persönlich nicht. Er befürchtet sogar: „Hier geht es nur um Geld.“ In diesen Tagen wird der Betriebsleiter von Mariawald erste Unterschriftenlisten an die Bürgerinitiative „Rettet den Rursee“ weiterleiten, auf denen sich bereits mehr als 100 Personen eingetragen haben.


Neue Nachrichten

Wir haben neue Artikel für Sie. Möchten Sie jetzt die aktuelle Startseite laden?