29.09.2016
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Nationalpark Eifel jetzt auch Sternenpark: Die Milchstraße fest im Blick

Atemberaubender Sternenhimmel über der Eifel.

Atemberaubender Sternenhimmel über der Eifel.

Foto:

Bardenhagen

Schleiden-Vogelsang -

Nun ist es offiziell: Der Nachthimmel über der Eifel ist ein besonderer. Als erstem Ort in Deutschland verlieh die „International Dark Sky Association“ dem Nationalpark Eifel die Anerkennung zum Sternenpark. Damit bescheinigt die Organisation, dass der Nachthimmel über dem Nationalpark die strengen Vorgaben der Organisation über die sogenannte Lichtverschmutzung einhält.

Doch die Pläne in der Eifelregion gehen noch viel weiter. Kreis, Nationalpark und der Naturpark Nordeifel planen, in den kommenden Jahren die Nordeifel zu einer der wenigen Sternenregionen weltweit umzuwandeln.

Initiator des Prozesses ist der Astronom Harald Bardenhagen. Seit rund zehn Jahren verfolgt der Kölner sein Ziel, in der Eifel eine Sternwarte zu realisieren. Der Erfolg ist nahe: Für April ist die Eröffnung der Einrichtung geplant, die nahe der Einfahrtsschranke in Vogelsang entstehen soll.

Die Kosten trägt Bardenhagen, der die Sternwarte zu Beginn mit seinen eigenen Geräten ausstatten will. Doch neben störenden Wolken hat der Sternengucker in dem Licht, mit dem die Menschen die Nacht zum Tage machen, einen viel größeren Feind.

Zunehmende Beleuchtung

Durch die zunehmende Beleuchtung unserer Städte und Ortschaften wird der Nachthimmel so aufgehellt, dass es oft unmöglich ist, auch nur einen Stern zu sehen. „Ein Drittel der Deutschen hat noch nie die Milchstraße gesehen“, beschrieb Michael Lammertz vom Nationalpark Eifel das Problem. Besonders Laternenlicht, das blaue Anteile enthält, kann kilometerweit in die Höhe abstrahlen, da blaues Licht in der Atmosphäre besonders gut streut.

Im Nationalpark selbst gibt es nur zwei beleuchtete Enklaven: Vogelsang und Einruhr. Für Vogelsang ist bereits ein mit Bardenberg abgestimmtes Beleuchtungskonzept entwickelt worden. Dabei werden gelb strahlende LED-Lampen eingesetzt, die zielgenau auf den Boden strahlen. Auch die Nachbarkommunen Heimbach und Schleiden beteiligen sich.

Wie Bauamtsleiter Peter Cremer erläuterte, sind die Lampen, mit denen die Burg Hengebach angestrahlt wird, genau justiert worden und werden außerdem früher abgeschaltet. Darüber hinaus sollen in beiden Städten LED-Lampen installiert werden. „So wird auch Energie eingespart“, sagt Andreas Glodowski von der Stadt Schleiden.

Für die Eifel ist das Projekt vor allem touristisch interessant. Kinder und Erwachsene sollen sich auf Vogelsang in Infotainment-Veranstaltungen und einem Blick in das Teleskop Bardenhagens von der Astronomie begeistern lassen. „Wer einmal den Orion-Nebel gesehen hat, der ist fasziniert“, sagt Bardenhagen.

Das scheinen auch die Verantwortlichen in Kreis und Naturpark erkannt zu haben. Denn wie Manfred Poth und Jan Lembach erläuterten, soll das Projekt auf die Nordeifel ausgedehnt werden.

Im Laufe der nächsten Jahre sollen die Nachbargemeinden in einem Umkreis von 15 Kilometern dafür gewonnen werden, auch ihre Straßenbeleuchtungen auf himmelsfreundliche Technik umzustellen. Dann könnte die Eifel durch die IDA sogar zur „Sternenregion“ erhoben werden.


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