25.09.2016
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Kölner Stadt-Anzeiger | Bürger- und Polizeifest: „Kaninchenball“ im Kurhaus
17. March 2013
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Bürger- und Polizeifest: „Kaninchenball“ im Kurhaus

Polizeifest

Die Tänzerinnen und Tänzer der Gruppe „Timbalando Brasil“ sorgten für brasilianisches Flair im Saal.

Foto:

Gudrun Klinkhammer

Schleiden-Gemünd -

Der große Kursaal war am Samstagabend laut Moderator Frank Hackel zu einem „Kaninchenball“ mutiert. Kaninchenball deshalb, „weil der Saal wirklich gerammelt voll ist“, wie Hackel meinte.

Zum 24. Mal hatte die Gewerkschaft der Polizei (GdP) der Kreisgruppe Euskirchen zum Bürger- und Polizeifest gebeten, und gut 500 Besucher waren der Einladung gefolgt. Unter den Gästen waren unter anderem der Chef der Euskirchener Kreispolizeibehörde, Landrat Günter Rosenke, der erste stellvertretende Schleidener Bürgermeister Klaus Ranglack, der Euskirchener Kripo-Chef Karl Lenzke und der stellvertretende GdP-Landesvorsitzende Michael Mertens.

Kurt Bongard, Vorsitzender der GdP-Kreisgruppe, begrüßte die Anwesenden. Er berichtete, dass er in naher Zukunft, wie weitere 2000 seiner Kollegen im Land, in Rente gehen werde. Damit die Arbeit der Polizei nicht unter dem Generationswechsel leide, dränge die Gewerkschaft auf Nachwuchsgewinnung. 1400 Stellen seien durch Neueinstellungen inzwischen wieder besetzt worden. Bongard: „Das sind aber für den, der rechnen kann, 600 Stellen zu wenig.“

Zauberei und Comedy

Durch den Druck aus den Reihen der Gewerkschaft sei jüngst die Wiederbesetzung von 77 weiteren Posten erfolgt. „So liegen wir derzeit bei 1477 Neuzugängen“, so Bongard. Das sei noch nicht das anvisierte Ziel, aber immerhin schon mal ein kleiner Fortschritt.

Nach der Begrüßung und dem kleinen gewerkschaftlichen Exkurs konnten die Anwesenden in ein ausgezeichnetes Showprogramm eintauchen. Der Comedy-Zauberer „Schmitz-Backes“ brach das Eis und legte mit einer Mischung aus trockenem Humor, spontaner Comedy und beeindruckender Zauberei ein exzellentes Stimmungsfundament.

Die „Heijopeis“, ein Blödelduo bestehend aus Frank Hackel und Heinz Gröger, servierten Gags am laufenden Band. Gelegentlich erinnerten sie an das Süper-Duett. Höhepunkt des Abends war aber der Auftritt von Jürgen B. Hausmann alias Jürgen Beckers. Der Kabarettist, der, wenn er nicht auf der Bühne steht, als Latein-, Griechisch- und Geschichtslehrer arbeitet, unternahm eine gedankliche Zeitreise rückwärts. Er erinnerte an die Ära der Trockenhauben, die mit dem Staubsauger aufgeblasen und auf 90 Grad vorgeglüht wurden. Frauen, die diese Modelle zu Hause trugen, erinnerten laut Hausmann an die Landung des Raumschiffs Orion in der heimischen Küche.

Flipper und Lassie

Damals wurden Autos auf der Straße in einem nachbarschaftlichen Wettbewerb gewaschen, und jeden Samstag wurde Rindfleisch angebraten. Kam der Familienvater in der Nacht vom Kegeln nach Hause, verputzte er den Braten bis auf den letzten Krümel. Die Kinder wurden immer samstagsnachmittags gebadet und durften dann im Schlafanzug oder im Bademantel noch ein bisschen Fernsehen schauen – etwa, wie Flipper Leute aus einer Seenot rettete oder Lassie sein Herrchen aus einer Baumkrone befreite. Die Zuschauer hielten sich den Bauch vor Lachen und ließen den unverwechselbaren Kabarettisten nicht ohne Zugabe von der Bühne.

Tropische Temperaturen

Kurz vor der Pause sorgten drei Tänzerinnen und zwei Tänzer der Gruppe „Timbalando Brasil“ für tropische Temperaturen im Saal. Mit einer brasilianischen Samba-Show, mit ihren reizenden Figuren und ihren tollen Kostümen begeisterten die braunen Schönheiten das Publikum. Auch mit Personen aus dem Publikum legten die Brasilianerinnen eine heiße Sohle auf das Parkett.

Als weitere Programmpunkte wurden der artistisch veranlagte Travestie-Künstler Micha Messermann, der Bauchredner Michael Walta und die Sängerin Sylvia Martens reichlich beklatscht.