29.09.2016
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Kulturkino: Bläck Fööss begeistern Hunderte

Die Bläck Fööss, hier Kafi Biermann (v. l.), Hartmut Priess, Peter Schütten und „Bömmel“ Lückerath, sind in der Eifel stets willkommen.

Die Bläck Fööss, hier Kafi Biermann (v. l.), Hartmut Priess, Peter Schütten und „Bömmel“ Lückerath, sind in der Eifel stets willkommen.

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Stephan Everling

Schleiden-Vogelsang -

Es war ein Abend, an dem es Entscheidungen zu fällen galt. Fußball oder „Fööss“, Champions-League-Finale oder Konzert im Kulturkino in Vogelsang, das waren die Optionen. Wobei die Wahl auch nicht dadurch erleichtert wurde, dass ja beide Möglichkeiten irgendetwas mit Füßen zu tun hatten. Doch die Befürchtungen der Organisatoren, mit einer Handvoll Fans den Abend bestreiten zu müssen, zerstreuten sich schnell als gegen 18 Uhr die Autos der Besucher den Parkplatz zu füllen begannen.

„Ich bin immer noch begeistert von der Idee, dass sich hier Menschen aller Nationen friedlich treffen.“

Hartmut Priess, Bassist

Doch auch unter den Musikern der Bläck Fööss gibt es Fußball-Fans. „Wenn ich mich klonen könnte, würde der bessere Teil hier sein und der schlechtere auf dem Sofa liegen und das Spiel sehen“, lachte Hartmut Priess, Bassist der Band. Für ihn war es aber keine Frage, wo er sich an diesem Abend aufhalten würde, denn die Begegnungsstätte Vogelsang hat für ihn eine besondere Bedeutung. „Ich bin immer noch begeistert von der Idee, dass sich hier Menschen aller Nationen friedlich treffen“, meinte er. Und nach kurzem Nachdenken formulierte er einen Gedanken, der ihm so gut gefiel, dass er ihn auch im Konzert wiederholte: „Das Projekt ist in die Zukunft gerichtet. Es zeigt, dass Militäranlagen nicht alternativlos sind.“ In ihrem Konzertprogramm bezogen sich die Musiker kaum auf den Ort des Geschehens. Es sei notwendig, auch hier zu einer Normalität zu finden, hatte Priess vor dem Konzert gesagt, und so gaben die Bläck Föös auch ein normales Konzert. Abgesehen von dem Lied „Ungerm Adler“, das sie mit dem Vogelsanger Adlerhof in Verbindung brachten, spielten sie eine gesunde Mischung aus bekannten und weniger bekannten Titeln aus ihrem Repertoire. Mit einigen Coverversionen ließen sie auch ihre musikalischen Vorbilder wie George Harrison, der den Beatles-Hit „Here Comes the Sun“ komponiert hatte, oder die Walker Brothers mit „The Sun ain’t Gonna Shine Anymore“ erklingen.

Immer wieder wurde der Fußball thematisiert. An mehreren Stellen waren Fernseher und Beamer aufgebaut, so dass kein Grund bestand, in der Pause den Saal zu verlassen. Stattdessen genossen die rund 1000 Zuschauer das Gemeinschaftserlebnis, ihre Textsicherheit immer wieder unter Beweis zu stellen. Zufrieden stellten die Fööss fest, dass die vor allem aus der Eifel stammenden Besucher nicht nur die Refrains, sondern auch komplette Strophen mitzusingen wussten.

Als die Band nach der Pause einen Hit nach dem anderen aus ihrem in 43 Jahren Bühnentätigkeit gewachsenen Repertoire spielten, hielt es kaum noch jemanden auf den Sitzen.