28.07.2016
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Stadtgarten in Schleiden: „Der Kartoffelturm ist explodiert“

Kaum noch zu sehen vor lauter Blättern: Verena Bartoniczek mit ihrem Kartoffelturm.

Kaum noch zu sehen vor lauter Blättern: Verena Bartoniczek mit ihrem Kartoffelturm.

Foto:

Gudrun Klinkhammer

Schleiden -

„Der Kartoffelturm ist explodiert“, vermeldet jetzt Verena Bartoniczek. Die Worte, die so dramatisch klingen, haben einen erfreulichen Hintergrund.

Und die leidenschaftliche Gärtnerin aus Schleiden mit der blumigen Sprache freut sich sehr über diese Entwicklung.

Zu Beginn des Gärtnerjahrs startete Bartoniczek einen Versuch: In ihrem nur 45 Quadratmeter großen Stadtgarten mit schwierigen Bodenverhältnissen baute die 48-Jährige möglichst viel vertikal an.

Zu den Vertikalbeeten zählte auch ein Kartoffelturm. Dafür band die experimentierfreudige Eifelerin im Mai eine rund 1,30 Meter breite und zwei Meter lange Estrichmatte mit Kabelbindern zusammen, stellte die so entstandene Röhre aufrecht und füllte sie mit Stroh an den Rändern, im Innern mit einem Erde-Biokompostgemisch und mit insgesamt zehn Kilogramm Kartoffeln der Sorte „Nicola“.

Grundgerüst nicht mehr sichtbar

Die Knollen wurden wie das Zifferblatt einer Uhr ausgelegt, immer im Wechsel mit einer Schicht Erde. Inzwischen ist so viel Grün aus dem Turm herausgewachsen, dass das eigentliche Grundgerüst gar nicht mehr sichtbar ist.

Verena Bartoniczek: „Den Turm, der im Halbschatten steht, gieße ich kaum, höchstens bei äußerster Trockenheit.“ Die Blätter der Kartoffelpflanzen sind grün und fest. Nur im oberen Bereich des Turms knabberte ein linsengroßer, schwarzer Käfer einige Blättchen an.

Die Pflanzen scheint dieser Umstand aber nicht zu beeindrucken. Zwei der Äste, die aus der Seite des Gestänges herauswuchsen, brachen ab, weil die Blätter zu schwer waren.

Bartoniczek: „Das war auch nicht weiter tragisch. Schnell bildeten sich an der Abbruchstelle neue Triebe.“ Nun sind die ersten Blütenansätze sichtbar.

Bis zur Ernte braucht es noch etwas Geduld. Bartoniczek: „Erst müssen die Blüten verblühen und das Kraut verdorren, dann sind die Kartoffeln in der Erde gereift, und die Ernte kann beginnen.“

Im Herbst bietet Verena Bartoniczek Workshops an, die sich mit der Verarbeitung der Ernte aus dem eigenen Garten und aus der freien Natur beschäftigen.

Interessenten können sich unter 0178/3330938 melden.