30.07.2016
Aktuelle Nachrichten aus Köln und der ganzen Welt

Wallfahrtsoktav in Heimbach: Eröffnungsmesse zog Hunderte an

Rund 800 Menschen kamen am Samstagabend zur Eröffnung der Wallfahrtsoktav im Heimbacher Kurpark zusammen.

Rund 800 Menschen kamen am Samstagabend zur Eröffnung der Wallfahrtsoktav im Heimbacher Kurpark zusammen.

Foto:

gudrun klinkhammer

Heimbach -

Volltönend läuteten am Samstagabend die Glocken der Doppelkirche St. Clemens und St. Salvator.

Sie riefen Einheimische und Pilger zur Eröffnungsmesse der Wallfahrtsoktav im Heimbacher Kurpark. Rund 800 Gäste folgten der Einladung. Viele erfahrene Pilger brachten sich praktischerweise einen Klappstuhl mit.

Seit mehr als 500 Jahren verehren unzählige Menschen das Gnadenbild der „Schmerzhaften Mutter Gottes“. Der Heimbacher Heinrich Fluitter war es, der um das Jahr 1470 herum nach Köln fuhr und dort für neun Mark eine Pietà erwarb, die er in einem Waldstück mitten im Kermeter aufstellte. Der Strohdecker schrieb damit Geschichte. Denn zunächst sorgte die Pietà-Verehrung dafür, dass gegen 1486 die Abtei Mariawald entstand.

Zisterzienser nahmen sich des Wallfahrtsortes und der Pietà an und behüteten diese gut 300 Jahre lang. Im Zuge von Kriegswirren gelangte die Ikone vor 209 Jahren in die Pfarrkirche St. Clemens nach Heimbach. Dort wird sie seither in einem kostbaren Antwerpener Schnitzaltar aufbewahrt. Zur Eröffnungsmesse wird die Skulptur stets aus der Kirche St. Clemens in einer feierlichen Prozession hinausgetragen und im Kurpark präsentiert.

10 000 Besucher allein in der Wallfahrtsoktav

Wie Hans-Peter Boje, der allgemeine Vertreter des Bürgermeisters Bert Züll, in einer Presseerklärung mitteilt, erreichen allein in den nächsten Wochen 80 Prozessionen mit insgesamt rund 70000 Pilgern das kleine Burgstädtchen an der Rur. Hans-Peter Boje: „Davon kommen mehr als 10 000 Besucher allein in der Wallfahrtsoktav.“

Wegen der großen Besucherzahlen etablierte sich im Laufe der Zeit ein großer Krammarkt, der zeitgleich zur Wallfahrtsoktav seit nun genau 172 Jahren an den Ufern der Rur veranstaltet wird. Auf diesem Markt bieten fahrende Händler Kleidungsstücke an, ebenso Korbwaren, Kleinmöbel, Haushaltswarenartikel, Süßigkeiten und Frisches vom Grill. Auch formierte sich im Laufe der Jahre der „Förderverein Heimbach-Wallfahrt“, dem Heimbachs Ex-Bürgermeister Hans-Günther Pütz vorsteht. Beatrix Reuter war am Samstag eine der rund 800 Pilger, die der Eröffnungsmesse beiwohnten.

Seit zehn Jahren pilgert die 53-Jährige nach Heimbach, und jedes Mal läuft der Pilgertag nach gleichem Muster ab. Beatrix Reuter: „Um 4.30 Uhr stehe ich auf, dann trinke ich in Ruhe eine Tasse Kaffee.“ Um 6 Uhr brach sie mit ihrer Gruppe, der 24 Personen angehören, in Inden-Altdorf auf. Zu Fuß ging es 22 Kilometer weit bis Obermaubach.

Reuter: „Zwei Fahrzeuge, die Verpflegung mit sich führen, begleiten uns auf unserem Weg.“ Von Obermaubach aus ging es dann weiter mit der Rurtalbahn nach Heimbach. Dort angekommen pilgerte die Gruppe noch den Kreuzweg hoch, der von Heimbach nach Mariawald führt.

Die Messe im Kurpark bildete den krönenden Abschluss des Tages. Mit der Rurtalbahn ging es anschließend wieder zurück nach Hause. Beatrix Reuter nannte ihre Beweggründe: „Der Zusammenhalt in unserer Pilgergruppe ist enorm, zudem treibt mich mein Glaube, der Spaß und auch der sportliche Ehrgeiz an.“

Professor Dr. Karl Heinen aus Limburg zelebrierte die Messe am Ufer der Rur im Schatten der ehrwürdigen Burg Hengebach. Heinen stammt aus Heimbach und hat dadurch eine sehr persönliche Beziehung zum alljährlichen Wallfahrtstreiben in der kleinsten Stadt Nordrhein-Westfalens. Ihm zur Seite standen als Konzelebranten Regionaldekan Pfarrer Hans Doncks und Diakon Dr. Christian Blumenthal, beide ebenfalls aus Heimbach.

Die Begrüßungsansprache hielt Pastoralreferentin Alice Toporowski. Für die musikalische Gestaltung sorgte der Musikverein Hergarten.