27.09.2016
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Landesburg: Fester Platz für Salentin-Bilder

Salentin-Ausstellung

Ausgiebig nutzten die Gäste der Eröffnungsfeier die Gelegenheit, Hubert Salentins Gemälde in der Landesburg auszuschauen.

Foto:

Petra Grebe

Zülpich -

„Ein Traum wird Wirklichkeit“ – so war vor ein paar Jahren eine Salentin-Ausstellung betitelt. Dass die Bilder des berühmtesten Zülpicher Malers jetzt wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurden, ist in der Tat „traumhaft“. Am Samstag konnte Bürgermeister Albert Bergmann die Dauerausstellung in der Landesburg eröffnen. Rund 50 Gemälde hatte der Hubert Salentin (1822-1910) der Stadt vermacht, und diese Werke haben in der Römerstadt eine bewegte Geschichte hinter sich.

Früher waren die Bilder in der Propstei ausgestellt. Weil diese Einrichtung geschlossen wurde, wanderten sie zunächst in ein Depot. Doch viele Zülpicher Bürger vermissten die Bilder des Genre-Malers und stellten immer wieder die Frage, wann die Salentin-Werke wieder dauerhaft zu sehen sein würden. Verschiedene glückliche Umstände führten dann zu einer Lösung. So profitierte die Stadt etwa von einem neu aufgelegten Restaurierungsprogramm des Landes Nordrhein-Westfalen.

Erbschaft gemacht

Einige Stücke konnten mit dieser Förderung überarbeitet werden. Die Manfred-Vetter-Stiftung auf Burg Langendorf fand sich schließlich bereit, die Restaurierung der so genannten Schwarzwald-Studien Salentins zu finanzieren. Geeignete Räumlichkeiten waren damit aber immer noch nicht gefunden.

Dabei half wiederum ein alteingesessener Zülpicher, nämlich Heinrich Junkersdorff, der der Stadt seinen Nachlass vermachte, mit der Auflage, diesen vorwiegend für das Werk von Hubert Salentin zu verwenden. Da inzwischen in der Landesburg ein Raum frei geworden war, konnte die Stadt diesen nun mit den Mitteln aus der Erbschaft anmieten und herrichten. Seit dem Wochenende sind nun etwa 40 Bilder von Hubert Salentin als Dauerausstellung zu sehen. Hinzugekommen sind noch einige Zeichnungen und Vorzeichnungen des Malers, die erst kürzlich erworben werden konnten.

Die Räumlichkeiten seien für die Bilder ideal, meinte Hans-Gerd Dick, Kulturreferent der Stadt, denn die Mauern der Burg seien sehr dick; dadurch gebe es kaum Temperaturschwankungen. Zugänglich ist die Dauerausstellung über den Innenhof der Burg. Die Bilder sind nach den Lebensabschnitten des Malers geordnet, Tafeln informieren über das Leben und das künstlerische Schaffen Salentins.

Eine Herzensangelegenheit

Während der Eröffnungsfeier blickten die Vorsitzenden des Geschichtsvereins, Margrit Adams-Scheuer und Ralf Engels, noch einmal auf das Leben und den Werdegang des Malers zurück. Hans-Gerd Dick thematisierte in seiner Rede die Beziehung Salentins zu Zülpich. Auch wenn der Künstler früh seine Heimatstadt verließ und nach Düsseldorf zog, schien ihm Zülpich immer eine Herzensangelegenheit gewesen zu sein, denn schließlich vermachte er der Stadt 50 seiner Gemälde.

Johannes Schuba, Rektor der Karl-von-Lutzenberger-Realschule, sprach darüber, wie stark Salentin inzwischen in das Schulleben integriert ist. Die Schüler der siebten Klassen begeben sich in der Geschichtswerkstatt nicht nur auf die Spuren ihrer Heimatstadt, sie beschäftigen sich auch intensiv mit der Kunst Salentins.

Kinder für die Genre-Malerei zu begeistern, sei nicht einfach, meinte Schuba. Mit dem Schulprojekt, das inzwischen im vierten Jahr läuft, scheint dies jedoch zu gelingen. Die Gäste konnten sich während der Eröffnungsfeier von den Arbeiten der Schüler ein Bild machen. Für die musikalische Umrahmung sorgten Rebecca und Helen Reibold.

Regelmäßige Öffnungszeiten

Nach den offiziellen Reden war es dann soweit: Die Zülpicher können nun wieder regelmäßig „ihren“ Salentin sehen. Mit der Dauerausstellung wird dem Künstler nun die Ehre zuteil, die er sich von seiner Heimatstadt immer gewünscht hatte.

Durch das Engagement von Ehrenamtlern sind jetzt auch regelmäßige Öffnungszeiten für die Ausstellung möglich. Zu sehen sind die Bilder samstags von 13 bis 16.30 Uhr, sonntags und an Feiertagen von 11 bis 16.30 Uhr, mittwochs und freitags von 14 bis 16.30 Uhr sowie nach telefonischer Vereinbarung unter ☎ 0 22 52/8 30 19 30. Der Eintritt ist frei.


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