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Grosse Oper: Ganz und gar nicht verrucht

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La Traviata
Violetta und Alfredo, dargestellt von Esther Hilsberg und Antonio Rivera, begeisterten mit hinreißenden Arien. (Bild: Bietzker)
Monschau

Auch am Freitagabend mussten die Monschauer Opernfreunde die feine Abendgarderobe im Schrank lassen und zu wetterfester Outdoor-Kleidung greifen. Ein berauschender musikalischer Abend war ihnen dennoch beschert. Die Aufführung von Giuseppe Verdis „La Traviata“ auf der Monschauer Burg war in allen Punkten überzeugend und gelungen.

Hochkarätige Sänger boten dem Publikum vor beinahe ausverkauften Rängen einen unvergesslichen Operngenuss. Allen voran Esther Hilsberg in der Rolle der Violetta Valéry und Antonio Rivera als ihr Geliebter Alfredo Germont. Mit viel Herzblut verkörperten die beiden das sündige Paar, die Liebe in der Tabuzone, er den Edelmann, sie die Mätresse. Beide Figuren erfüllten sie glaubhaft mit Verletzlichkeit und Verzweiflung.

La Traviata
Tolle Aufführung, aber leider das in Monschau nicht unübliche Regenwetter. Man muss schon ein großer Opernfan sein, um die Musik intensiv genießen zu können. (Bild: Bietzker)

Nach Alexandre Dumas

Den skandalträchtigen Stoff lieferte seinerzeit der Roman „Die Kameliendame“ von Alexandre Dumas. Bei der Uraufführung 1853 stieß Giuseppe Verdi mit seinem gesellschaftskritischen Werk noch auf taube Ohren. Heute zählt „La Traviata“, zu deutsch „Die vom Wege Abgekommene“, zu den erfolgreichsten Opern der Musikgeschichte.

La Traviata
Am Schluss der aufwühlenden Geschichte starb Violetta an ihrer Schwindsucht, die Trauer ihres Geliebten ist unendlich. (Bild: Bietzker)

Dennoch half Regisseur Lajos Wenzel dem wohlwollenden Verständnis ein wenig nach und ließ Violetta und Alfredo in unschuldiges Weiß gekleidet die Szene betreten. Ganz und gar nicht verrucht wirkte auch der liebliche Gesang von Esther Hilsberg. Ihr lyrischer Sopran hatte eine reine, weiche und liebenswerte Ausstrahlung. Sanft wie ein Engel wirkte sie auch in den kraftvolleren Arien, dabei aber keineswegs naiv, sondern voller Güte. Fließende Wechsel zwischen Arien und mühelos wendigen Koloraturen machten ihren Gesang authentisch.

Antonio Rivera verkörperte als Alfredo zunächst die Lebensfreude in Person. Mit leichten Schritten hüpfte er auf die Bühne, bestach mit seiner leidenschaftlichen, aber ebenfalls sehr lyrischen Tenorstimme und zeichnete wie Esther Hilsberg ein berührend menschliches Bild des tragischen Liebespaares. Der satte Heldenbariton von Petteri Falck unterstrich die ehrwürdige Erscheinung von Giorgio Germont, Alfredos Vater, der mit seinen starren Moralvorstellungen sehr viel Leid verursachte.

Ungeheure Leichtigkeit

Am Schluss der aufwühlenden Geschichte starb Violetta an ihrer Schwindsucht. Eine ungeheure Leichtigkeit begleitete diese Szene, obwohl sie von Verdi doch mit so dramatischer Musik versehen wurde.

Insgesamt wirkte die Aufführung sehr frisch und von altem Ballast befreit. Lajos Wenzel setzte die Geschichte, die um 1700 in Paris spielt, gekonnt in ein modernes Licht. Schräg stehende Säulen auf der Bühne wiesen dezent darauf hin, dass in der Gesellschaft sprichwörtlich etwas „schief“ läuft. Klare Farben und schlichte Kostüme lenkten die Aufmerksamkeit des Publikums auf das Wesentliche, nämlich das Schicksal der Liebenden.

Höchstleistungen vollbrachte Inga Hilsberg, die das Bühnenensemble, den Chor der Kammeroper Köln und die Kölner Symphoniker engagiert und versiert durch den Abend leitete. Die Instrumentalisten, die in Monschau erfreulicherweise nicht in einem Orchestergraben verschwanden, sondern sichtbar neben der Bühne platziert waren, nahmen überschwänglichen Applaus entgegen. Stehende Ovationen krönten den durchweg grandiosen Opernabend.

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