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Heimatklänge: Soundtrack für den Untergang

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Sinister Rouge
Sinister Rouge: Dominic Kappelhoff, Martin Premus, Daniel Ditgens (v. l. n. r.) und Patrick Hoffmann (vorne) am Mischpult eines Lohmarer Tonstudios. Wochenlang hatten die vier dort ihr zweites zu Hause. BILD: FRI
Siegburg

Vier große Jungs blicken gespannt auf einen Computerbildschirm. Unter dem Gerät erstreckt sich ein riesiges Mischpult. Einer rutscht nervös auf seinem Stuhl herum. Ein anderer nestelt an seinem T-Shirt. Als aus den Lautsprecherboxen neben dem Mischpult endlich die ersten Takte erklingen, schauen die Vier sich mit großen Augen an. Sie stehen übrigens in dem selben Musikstudio wie auch schon die bundesweit bekannte Punkband „Wohlstandskinder“. Allmählich löst sich die Anspannung.

Dominic Kappelhoff, Martin Premus, Daniel Ditgens und Patrick Hoffmann von der Siegburger Gruppe Sinister Rouge hören zum ersten Mal ein fertiges Stück aus ihrem neuen Album „The Age of Separation“. „In den vergangenen Wochen haben wir beinahe Tag und Nacht im Studio verbracht“, erzählt Hoffmann, Gitarrist und Sänger der Band. „Das ist zwar nicht unsere erste CD, wir haben schon die EP »No Petting in the Pool« im September 2009 veröffentlicht.“ Aber so ein ganzes Album, das sei schon etwas völlig anderes, fügt Bandkollege Ditgens (ebenfalls Gitarre und Gesang) hinzu.

Diesmal haben Sinister Rouge ein so genanntes Konzeptalbum mit dem Titel „The Age of Separation“ eingespielt. Das Konzept heißt in dem Fall Thomas. „Bei ihm geht alles vor die Hunde“, erzählt Hoffmann. „Unter anderem ist gerade seine Beziehung gescheitert.“ Wie ein roter Faden zieht sich das Schicksal der fiktiven Figur durch das Album.

Von Scheitern kann bei den echten Punkrockern dagegen nicht die Rede sein. Mit ihrem zweiten Album nehmen sie eine weitere Stufe auf der Karriereleiter, das steht fest. Und das nicht etwa, weil sie durch Boshaftes schocken wollen, wie es die Übersetzung des Bandnamens vielleicht vermuten lässt. „Sinister Rouge“ bedeutet so viel wie „sündhaftes, böshaftes Rot“. Boshaft und etwa rot gekleidet sind die vier Musiker indes nicht. Der Bandname stammt aus einem Stück der Punkband Bad Religion. Eine tiefer gehende Bedeutung habe der Name aber nicht, erklärt Schlagzeuger Premus.

Seinen Musikstil beschreibt das Quartett als „ Gilmore Girls mit verzerrten Gitarren“. Hoffmann und Ditgens sind bekennende Fans der TV-Serie, doch ist der Musikstil von Sinister Rouge alles anderes als beispielhaft dafür. Von Gemächlichkeit nämlich fehlt jede Spur, er ist eher bei Pop-Rock und Punk-Rock à la Green Day einzuordnen. Den amerikanischen Punkrockern ist es auch zu verdanken, dass sich in Teenager-Tagen der vier Musiker auch das Ferienfreizeitzelt füllte, wenn sie zur Gitarre griffen. Patrick und Daniel gestehen, dass sie spielten, „um Mädchen abzuschleppen“. „Aber mein Gitarrenlehrer hat mir das falsche Lied beigebracht, »Tears in heaven« von Eric Clapton“, scherzt Hoffmann. Ditgens versuchte sein Glück damals mit Led Zeppelins „Stairway to heaven“. Aber auch da sei der Erfolg ausgeblieben. So wechselten die jungen Männer von der Schmuse-Ballade zum Punk-Rock.

Alle Mitglieder der Band haben vorher in anderen Bands Erfahrungen gesammelt. „Das ist wie in einer Beziehung: Man lebt sich auch mal musikalisch auseinander“, sagt Hoffmann. Die Formation von Sinister Rouge war zuvor eine eher lose Verbindung. Nur Hoffmann und Ditgens waren befreundet. „Irgendwann von der Musik leben zu können, dass ist der Traum“, verrät Ditgens. Bis es soweit ist, gehen alle noch ihren eigentlichen Berufen oder dem Studentenleben nach.

Erste Allüren

Um aber beim großen Durchbruch nicht ohne eine Marotte da zu stehen, hat es sich Ditgens angewöhnt, zu Konzerten immer sein eigenes Mikrofon mitzubringen. „Das riecht so schön nach Gummibärchen“, erklärt er.

Wer sich von Sinister Rouge und den neuen Songs „live“ überzeugen will, hat am Samstag, 11. September, die Möglichkeit dazu. Die Punk-Rocker spielen ab 19.30 Uhr im Kölner „MTC“ (Zülpicher Straße 10, 50674 Köln).

 www.myspace.com/sinisterrougemusic

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