28.09.2016
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Heißluftballonfahrt: Der Wind gibt die Route vor

Mit dem Ballon fuhr Stefanie Hack durchs Bergische. Nur die Landung verlief etwas anders als geplant.

Mit dem Ballon fuhr Stefanie Hack durchs Bergische. Nur die Landung verlief etwas anders als geplant.

Foto:

Privat

Lindlar -

In unglaublicher Höhe über dem Boden zu schweben und die Welt einmal aus einem ganz anderen, atemberaubenden Blickwinkel zu betrachten, das war für mich immer eine tolle Vorstellung. Lange schon wollte ich so etwas erleben. Jetzt konnte ich endlich den Gutschein für eine Heißluftballonfahrt einlösen, den mir meine Eltern zu meinem 18. Geburtstag geschenkt hatten.

Nachdem unser Startplatz wegen des ungünstigen Winds von Bergisch Gladbach nach Lindlar verlegt worden war, trafen sich dort alle Ballonfahrer auf einer großen Wiese. Dort wurden aus den verschiedenen Einzelteilen gemeinsam die Ballons zusammengebaut und aufgeblasen. Es war beeindruckend zu sehen, welch gigantische Formen ein paar Meter Stoff annehmen können.

Wir stiegen langsam auf, während meine Mutter uns mit besorgtem Blick vom Boden aus nachwinkte. Im Gegensatz zu ihr leide ich nicht unter Höhenangst, muss jedoch zugeben, dass das Gefühl, frei in der Luft und nur in einem Korb zu stehen, in den ersten Minuten schon merkwürdig war. Mit jedem Meter jedoch, den wir höher stiegen, wuchs das Staunen über die tolle Aussicht.

Ich wusste ja vorher, dass es hoch hinaus gehen würde, aber als ich mich auf einmal 2000 Meter über dem Meeresspiegel befand, war ich doch überwältigt. Die Luft dort oben war angenehm kühl und sehr klar. Der Rat, uns wärmer anzuziehen, war überflüssig, weil es im Korb selbst alles andere als kalt war. Da alle paar Sekunden die drei Flammenwerfer ansprangen, um den Ballon in der Höhe zu halten, spürte man auf dem Kopf sehr starke Hitze, von der kühlen Umgebungstemperatur dagegen nicht viel. Nach einiger Zeit in völliger Freiheit machten sich die Piloten für die Landung bereit – zu diesem Zeitpunkt ahnte noch niemand, dass sie etwas anders enden würde als geplant. Während ein zweiter Heißluftballon in unserer Nähe bereits auf einer großen Wiese angekommen war, trieb uns der Wind immer wieder von potenziellen Landeplätzen fort. Diese Abhängigkeit vom Wind empfand ich persönlich als eines der aufregendsten Dinge an der Fahrt. Man weiß nie genau, wann und wo man schließlich auf der Erde ankommt. Bei den verschiedenen Landeversuchen schreckten auch immer wieder Tiere auf, die voller Angst das Weite suchten, sobald die Flammenwerfer über ihnen fauchten. Nachdem wir einige Wiesen verfehlten und die Sonne mittlerweile schon untergegangen war, wählte der Pilot eine Straße als Landebahn.

Mit einem Mal sanken wir. Als die Bäume und Häuser immer näher kamen, hatte ich etwas Panik, ob alles gut gehen würde. Dann sah ich, wie alle Anwohner aus ihren Häusern strömten, uns begeistert zuwinkten und für uns die Straße absperrten. Dort setzten wir auf und hatten wieder sicheren Boden unter den Füßen. Im Anschluss an dieses aufregende Ende stießen wir alle zusammen an und erhielten sogenannte „Taufurkunden“, laut denen wir uns nun offiziell „Ballonfahrer“ nennen dürfen.
Die Fahrt war ein spannendes Erlebnis, an das ich mich noch lange erinnern werde. Ich kann es nur jedem empfehlen, sich auf dieses Abenteuer einmal einzulassen.