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Interview: „Paten werden auch eine Art Vertraute“

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Birgit Binte-Wingen leitet seit April 2003 die Freiwilligen-Agentur des Rhein-Sieg-Kreises mit Sitz in Siegburg. (Bild: privat)

Weshalb brauchen Schüler Paten?

Birgit Binte-Wingen: Besonders für die Absolventen der Haupt-, Real- und Förderschulen, ist es nicht mehr so einfach, einen Ausbildungsplatz zu bekommen. Die Anforderungen, auch in scheinbar einfacheren Berufen, sind sehr hoch geworden.

Früher ging’s auch ohne Paten – sind Schüler heute schlechter aufs Berufsleben vorbereitet?

Binte-Wingen: Die Schulen nehmen die Vorbereitung auf das Berufsleben sehr ernst. Neben dem eigenen Unterricht arbeiten sie mit vielen unterschiedlichen Kooperationspartnern zusammen, um den Schülern eine bestmögliche Vorbereitung zu bieten. PfAu ist mit dem Angebot der individuellen, ehrenamtlichen Begleitung eine von mehreren Unterstützungsmöglichkeiten. Die Angebote der schulischen Weiterbildung, die verschiedenen Aus- und Fortbildungen sind so komplex, dass viele Eltern den Überblick verloren haben. Zudem gibt es heute viele Berufe, die es vor zehn oder 20 Jahren noch nicht gab. Mit einem guten Hauptschulabschluss stand früher keiner auf der Straße.

Welche Schüler haben besonderen Bedarf nach Unterstützung?

Binte-Wingen: Schüler, die neben den Angeboten für alle jemanden brauchen, der mit ihnen gemeinsam überlegt, welche Ideen sie von ihrer Zukunft haben, mit ihnen gemeinsam schaut, ob diese Ideen von der Zukunft auch erreichbar sind, jemand, der mit ihnen gemeinsam überlegt, welches Praktikum Sinn macht, mit ihnen gemeinsam überlegt, wo sie sich bewerben können, mit ihnen gemeinsam kontrolliert, ob die Bewerbungen gut geschrieben sind oder sie auch zum Bewerbungsgespräch begleitet. Oft werden die Paten auch eine Art „Vertraute“, mit denen die Schülerinnen und Schüler mal über ihre Sorgen und Ängste sprechen können, die über die Berufswahl hinaus gehen.

Bedeutet PfAu, dass Ehrenamtler einspringen müssen, wenn sich Eltern und Lehrer nicht ausreichend kümmern?

Binte-Wingen: Wie eben beschrieben, passiert in den Schulen sehr viel. Es gibt aber auch einzelne Schüler, die einer individuelleren Unterstützung bedürfen. Das heißt nicht immer, dass sich die Eltern nicht kümmern. Lehrer haben oft kaum noch Zeit für die individuelle Betreuung, da sie neben dem normalen Unterricht vielfältige Aufgaben in den Schulen übernehmen. Schule ist heute nicht mehr nur ein Ort der reinen Wissensvermittlung. Außerdem wissen viele von uns sicher noch aus eigener Jugend, dass manches Mal eher der Rat anderer als der von Lehrern oder Eltern angenommen wird. Für viele Schüler ist es aber auch eine neue Erfahrung, dass sich jemand für sie als Person und für ihre Ideen und auch Ängste interessiert – ehrenamtlich – ohne von einer Institution wie Schule, Jugendamt, Arbeitsamt mit dieser Aufgabe betraut zu sein.

Wie ist der Zuspruch unter den Berufstätigen?

Binte-Wingen: Wir haben festgestellt, dass das Engagement als Pate viele Menschen mit unterschiedlichen beruflichen Hintergründen und jeden Alters anspricht. Da sind ehemalige Handwerker, Manager, Lehrer genauso vertreten wie Menschen, die noch voll im Berufsleben stehen oder Hausmänner und -frauen, deren eigene Kinder noch klein sind oder aber bereits selbst in den Job starten. Auch junge Menschen, die selbst die Ausbildung erst vor kurzem abgeschlossen haben, sind als Paten engagiert. Um noch vielen weiteren Schülern diese besondere individuelle Begleitung zu ermöglichen, suchen wir laufend neue Paten. Sie werden von uns sorgfältig für diese Aufgabe vorbereitet und in der Praxis nicht allein gelassen. Das Gespräch führte Julia Hohenadel

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