Wie funktioniert Höhentraining?
Markus De Marées: Beim Training in der Höhe ist der wesentlichen Anreiz, dass in der Bergluft weniger Sauerstoff enthalten ist und der Körper darauf reagieren muss: Man atmet schneller, das Herz schlägt schneller, die Muskulatur verändert sich, nach circa einer Woche bilden sich mehr rote Blutkörperchen, so kann mehr Sauerstoff transportiert werden, und man ist leistungsfähiger.
Für wen ist es sinnvoll?
De Marées: Für Ausdauer-Leistungssportler wie Leichtathleten, Skilangläufer, Radler oder Triathleten. Wenn man künstlich Höhe erzeugt, zum Beispiel durch Entzug von Sauerstoff wie bei Höhenbalance, und so unter Höhenbedingungen trainiert, führt das zu abgeschwächten, aber ähnlichen Resultaten.
Das Frechener Höheninstitut wirbt um Leistungssportler mit „besserer Leistung“ und um Bergsteiger mit „besserem Aufsteigen“?
De Marées: Höhentraining bringt etwas für Leistungssportler als zusätzlicher Trainingsanreiz und für Bergsteiger als Akklimatisierung vor Bergaufenthalten. Wenn man das ausreichend lange macht, merkt sich das der Körper und passt sich schneller an, wenn man dann zum Beispiel den Kilimandscharo besteigt. Es kann aber keine Sicherheit geben, dann nicht höhenkrank zu werden, also Übelkeit oder Kopfschmerzen komplett auszuschließen.
Was ist mit den Versprechen „schneller abnehmen“ und „schneller wohlfühlen“?
De Marées: Für das Abnehmen wirkt es nur bedingt stärker als beim Trainieren unter normalen Höhenverhältnissen. Zum Wohlfühlen habe ich keine wissenschaftlichen Erkenntnisse gefunden und würde annehmen, dass hier auch der Placebo-Effekt eine nicht unwesentliche Rolle spielt – was aber nicht schlecht sein muss.
Was war Ihre größte Höhe?
De Marées: 6500 Meter, am Ochos del Solado, ein Vulkan in Nord-Chile. Der Ochos ist knapp 7000 Meter hoch.




