Seit einem Jahr bin ich Mitglied bei SOCK Homelessness, einer Organisation in New Hampshire, USA, die sich aus einem schulischen Projekt entwickelt hat. Gemeinsam mit amerikanischen Schülerinnen und Schülern arbeite ich an der Website, am Blog und an anderen wichtigen Details.
Für mich bedeutet es sehr viel, ein Teil dieses Projekts in den USA zu sein. Und genau aus diesem Grund habe ich mich auch gefreut, als ein Obdachlosen-Projekt an meiner Schule, der Marienschule in Opladen, eingeführt wurde. Aber wo liegen die Unterschiede zwischen den beiden Ländern in der Sicht auf das Problem Obdachlosigkeit? In den Vereinigten Staaten von Amerika hat jeder Mensch das Recht darauf, sich bei einem sogenannten „Shelter“ zu melden, wo den Obdachlosen ein Schlafplatz geboten wird. Zudem wird ihnen dort warmes Essen und die nötige Versorgung angeboten. Die Hilfe von „Sheltern“ ist ein grundlegendes Menschenrecht in den USA. Eine Information zur Größenordnung: Ungefähr 3,5 Millionen Menschen pro Jahr erleben in den USA am eigenen Körper, was es heißt, obdachlos zu sein. Kansas ist mit 1892 Obdachlosen der Staat mit der niedrigsten Rate an obdachlosen Menschen (0,7 Prozent sind obdachlos).
Dagegen ist Nevada mit 14478 Obdachlosen der Staat mit der höchsten Rate an obdachlosen Menschen (55 Prozent aller Einwohner sind obdachlos). New Hampshire, der Staat, in dem SOCK Homelessness gegründet wurde, liegt auf Platz 35 unter den Staaten der USA: 12 Prozent der Einwohner sind dort obdachlos. In Deutschland hat jedes Bundesland gemäß dem Föderalismusprinzip seine eigenen Regelungen für die Obdachlosigkeit.
In Nordrhein-Westfalen gibt es viele kirchliche Institutionen, die sich um die obdachlosen Menschen kümmern und es gibt viele Menschen, die für Obdachlose spenden oder in solchen Organisationen mithelfen. Zudem kümmern sich die beiden Landschaftsverbände unter anderem auch um soziale Sicherheit für Menschen in Nordrhein-Westfalen. Menschen, die obdachlos sind, können sich zum Beispiel beim Sozialamt melden, um Hilfe in Anspruch zu nehmen. In Deutschland sind ungefähr 235 000 Menschen obdachlos. Obdachlosigkeit ist ein weltweites Thema, bei dem es gilt, nicht wegzuschauen, sondern zu helfen. Auch kleine Schritte, von denen man denkt, dass sie zu klein sind, können ein Anfang zu etwas Großem sein. Sowohl in den USA als auch in Deutschland gibt es Organisationen, die sich für Obdachlose einsetzen – und das ist äußerst wichtig. Ich finde es großartig, dass es nun ein solches Projekt auch an meiner Schule gibt und dass ich weiter bei SOCKs mitarbeiten kann. Wenn wir gemeinsam kleine Schritte tun, können wir viel bewegen und ein großes Ziel erreichen.




