26.09.2016
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Kölner Stadt-Anzeiger | Balkantrasse: Wenn der Radweg-Pate heimlich vorsorgt
22. April 2013
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Balkantrasse: Wenn der Radweg-Pate heimlich vorsorgt

An der Müllsammelaktion beteiligten sich rund 50 Helfer.

An der Müllsammelaktion beteiligten sich rund 50 Helfer.

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Ralf Krieger

Burscheid -

Mit einem so großen Interesse hatte Martina Krause von der Stadtverwaltung gar nicht gerechnet: "Wir hatten 34 Anmeldungen für unsere Hui statt Pfui-Müllsammelaktion auf dem Radweg." Die Freude wurde umso größer, als schließlich am Samstagmorgen gegen 9.30 Uhr rund 50 ehrenamtliche Müllsammler eintrafen. Der Baubetriebshof und der Bergische Abfallwirtschaftsverband (BAV) hatten allerdings an den beiden Ausgangspunkten am Parkplatz Haus Kuckenberg und Sportplatz Hilgen prima vorgesorgt: Jeder wurde mit Müllsäcken, Greifern und gelben Einweg-Handschuhen ausgestattet.

Bürgermeister Stefan Caplan, der mit weiteren rund zehn Mitarbeitern für einen "blitzblanken" Radweg sorgte, war angenehm überrascht von der relativen Sauberkeit der Teilstrecke Hilgen-Innenstadt: "Der wenige Müll lag transportbereit am Rande des Radweges." Der Grund dafür wurde später beim gemeinsamen Imbiss der beiden Sammelgruppen auf dem Gelände der Burscheider Tafel an der Montanusstraße nachgeliefert: Tags zuvor hatte der für diesen Streckenabschnitt zuständige "Radweg-Pate", Hartmut Fauber aus Leverkusen-Pattscheid, bereits den Streckenabschnitt weitestgehend vom Müll befreit. Was noch übrig blieb, waren Isolatoren alter Telegrafenmaste beziehungsweise schnell in die blauen Säcke zu steckende Papier- und Kartonreste.

Mehr Einsatz als gefordert

Das Müllsammeln gehört zwar nicht zur Aufgabe eines "Radweggefährten" (so der von der Stadtverwaltung offiziell gewählte Ausdruck für den Paten), doch sieht der ehemalige Banker seine Aufgabe nicht nur im Melden von Beschädigungen und Müll: "Da muss man auch mal selber mit anpacken", lautete Faubers Kommentar. Der Müllsammler Ludwig Zinner aus Sieferbusch fasste zusammen: "Wenn die Stadt so was Tolles wie den Radweg schafft, dann kann man auf diesem Weg der Stadt etwas zurückgeben."

Ein wenig verspätet traf der Trupp aus Kuckenberg bei der Tafel ein. Der Tafelvorsitzende Martin Heykants und sein Team begrüßten auch diese Müllsammler mit heißer Suppe, Würstchen, Brot, Kuchen und Kaffee. "Wir haben ziemlich viel Wohlstandsmüll und viele Tüten mit Hundekot vorgefunden", sagte SPD-Fraktionschef Dieter Müller. Sigrid und Rainer Linden, die den Weg vom Altenzentrum bis zur Tafel reinigten, klagten unter anderem über Pizzakartons und auf dem Parkplatz ausgeleerte Aschenbecher. Daniel Jagla, Dennis Becker, Rolf Friederichs, Roland Schwamborn und die Freunde schleppten unter anderem ein halbes Fahrrad, Reklameschilder und die Plakatankündigung für das Schlebuscher Schützenfest des Jahres 2012 an. Nach kurzer Erholungszeit wurden die fleißigen Sammler von Klaus Kupferschmidt und Ernst-Peter Hachenberg mit dem Bürgerbus und dem Bus vom Altenzentrum wieder zu den Ausgangsorten gefahren


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