28.09.2016
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Sprayer-Aktion: Bunte Bilder auf grauem Beton

Legaler Einsatz mit der Farbdose: Graffiti-Aktion unter der Hauptstraßen-Bücke am Balkan-Radweg.

Legaler Einsatz mit der Farbdose: Graffiti-Aktion unter der Hauptstraßen-Bücke am Balkan-Radweg.

Foto:

Ralf Krieger

Burscheid -

Den ganzen Samstag standen die zehn jungen Sprayerinnen und Sprayer im Mittelpunkt der großen Graffiti-Veranstaltung entlang des Radweges Balkantrasse unter der Unterführung der Brücke Hauptstraße. Das bereits ab 10 Uhr einsetzende Engagement der Sprayer aus Burscheid, Bergisch Gladbach, Odenthal, Hückeswagen und Wuppertal resultierte aus der Zusammenarbeit der Jugendinitiative „Thalfahrt“ des Vereins „Kulturspiegel“ der Gemeinde Odenthal, des Burscheider Jugendzentrum Megaphon und dem Bergisch Gladbacher Jugendzentrum „Q 1“. Die drei Institutionen kooperieren bereits seit längerem in den Bereichen Skateboarding, Musik und Kultur.

Mit dem mittlerweile renommierten Graffiti-Sprayer, Noel Wehr (24), hatten die Verantwortlichen den richtigen künstlerischen Leiter für die einmalige Aktion gefunden. Gemeinsam mit seinem Partner, Benjamin Niklas (31), zeigte er seine Sprühkünste unter anderem bereits erfolgreich in Odenthal und Bergisch Gladbach.

Große Mädchenporträts

Der „Thalfahrt“-Frontmann, Bernd Breuer, verfolgte gemeinsam mit dem Burscheider Bürgermeister, Stefan Caplan, über mehrere Stunden die Verwandlung des grauen Brückenbetons in großflächige, farbige Graffiti. Der beruflich als Prokurist bei der Belkaw beschäftigte Bernd Breuer hatte seine sechsjährige Tochter Christina mitgebracht. Auch sie durfte sich ein kleines Eckchen am Brückenvorbau zum Sprayen aussuchen. Währenddessen balancierten unter anderem Johanna Knoblauch und ihre Freundin Bianca Augustin (beide 17) auf Leitern und sprühten große Mädchenporträts in vorwiegend bescher Farbe. „Wir sind dem Aufruf der Stadt gefolgt, haben unsere Entwürfe eingereicht und durften mitmachen“, freute sich Johanna Knoblauch.

Von Noel Wehr und Benjamin Niklas gab es „coole“ Tipps. „Das sieht doch richtig toll aus“, lobten Johannas Mutter Anette, die sechsjährige Schwester Eva Knoblauch und der acht Monate alte Hund „Kosta“. Der wohl jüngste Kunstkritiker an diesem Tag begutachtete schnüffelnd auch das „Angstkind“ von Martin Aurel Kauffmann (23) aus Bellinghausen sowie die Werke von Quoc-Anh Tran (17) und Dominik Bissem (18). Dominik sprühte mit Freund Marc kürzlich in Radevormwald für die Wohnungsbaugenossenschaft „GWG“ sowie ein medial groß aufgezogenes Graffiti-Projekt in einer Wuppertaler Unterführung.

Mehr noch interessierte sich der „Kosta“ aber schwanzwedelnd für das von Kolja Pfeiffer organisierte Essen. Der Mitorganisator hatte mit der grünen Megaphon-Minna alles herbei geschafft, was Künstler so brauchen: Musik, Kaffee, Limo, Wasser, Brötchen und Würstchen – einschließlich der von der Stadt und einigen Unternehmen gesponserten Arbeitsmaterialien. Nachmittags zog Noel Wehr ein erstes Fazit: „Das ist hier eine prima Leistung von allen.“ Dazu zählte er die großen roten Künstlerkürzel, die Porträts, Fabelwesen, Comics oder „Lucky Luke“ mit zwei Geiern. „An die Haushaltslage der Stadt haben wir dabei nicht gedacht“, sagte er und lachte dabei.


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